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Über 200 Mitglieder der so genannten Verbände-Geschädigten-Gemeinschaft (VGG) haben in Amsterdam Klage gegen das Lkw-Kartell erhoben. Sie schließen sich damit einer Sammelklage an, die an die 50.000 LKW-Beschaffungen aus dem Zeitraum von 1997 bis 2011 bündelt.

Zur VGG hatten sich vergangenes Jahr Mitglieder des Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels (VGFGH), des Verbandes Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen (VDLKL), des Deutschen Fruchthandelverbandes (DFHV) und des Gesamtverbandes Deutscher Holzhandel (GDHOLZ) zusammengeschlossen.

Vertreten werden die betroffenen Unternehmen von der auf kartellrechtliche Schadensersatzansprüche spezialisierten Kanzlei MJG Rechtsanwälte und Cartel Damage Claims (CDC).

Wir haben die VGG gemeinsam gegründet, um auch den kleinen und mittleren Unternehmen der Verbände die Möglichkeit zu geben, Schadensersatz von den Herstellern zu erhalten“, sagte Rechtsanwalt Peter Gussone von der Kanzlei MJG.

Wegen unerlaubter Preisabsprachen bestraft 2016 die EU-Kommission mehrere Lkw-Hersteller mit einer Rekord-Geldbuße von insgesamt 2,93 Milliarden Euro. Betroffen waren Daimler, Iveco, DAF, Scania und Volvo/Renault. MAN kam als Hinweisgeber straffrei davon.

Polen

In Polen werden die betroffenen Unternehmen von dem TransLawyers Büro Widuch & Partner vertreten, das mit einer Berliner Anwaltskanzlei und einem amerikanischen Fond zusammenarbeitet und der Kanzlei Iuridica, bei der sich schon fast 200 Betroffene gemeldet haben, die um Entschädigung kämpfen.

Es ist sehr schwierig, die tatsächliche Anzahl der geschädigten Unternehmen in Polen zu schätzen. Nach Angaben der Kanzlei Iuridica, kauften in der Zeit von 1997 bis 2011 polnische Unternehmer durchschnittlich 15 000 Lastkraftwagen jährlich. Die Anwälte hoffen, rund 7.000 Euro Entschädigung je einen Lkw zu erkämpfen.

Laut Anna Widuch, Rechtsberaterin bei der Rechtsanwaltskanzlei Translawyers Widuch und Partner, gibt es mehrere Möglichkeiten, Schadenersatz von Lkw-Herstellern einzufordern: von einer Sammelklage vor einem polnischen Gericht bis hin zur Abtretung von Ansprüchen an ein Unternehmen, das die Möglichkeiten und Mittel für eine Klage vor einem zuständigen Gericht im Land des Herstellers hat.

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