- Die europäische TollTracker-Datenbank erfasst mehr als 22.500 Geschwindigkeitsmessstellen und 1.058 Abschnitte mit Durchschnittsgeschwindigkeitsmessung.
- Für Polen sind mehr als 500 Geschwindigkeitsmessstellen, über 200 Rotlichtkameras und 226 Abschnitte mit Durchschnittsgeschwindigkeitskontrolle verzeichnet.
- Zum erfassten Gebiet gehören unter anderem Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Spanien.
Die automatische Verkehrsüberwachung ist in Europa nicht einheitlich geregelt. Neben klassischen Geschwindigkeitsmessanlagen können Fahrer auf Abschnittskontrollen, Rotlichtüberwachung an Kreuzungen oder Zufahrtsregeln für städtische Bereiche treffen. Grenzüberschreitend tätige Transportunternehmen müssen deshalb nicht nur die Kontrolltechnik, sondern auch die jeweils geltenden Vorschriften und Zugangsvoraussetzungen berücksichtigen.
Die Standorte der Kontrollsysteme in verschiedenen Ländern sind in der interaktiven Europakarte von TollTracker verzeichnet. Nach den im September 2026 veröffentlichten Angaben des Betreibers enthält die Datenbank mehr als 22.500 Geschwindigkeitsmessstellen, 1.058 Abschnitte mit Durchschnittsgeschwindigkeitsmessung, über 4.500 Rotlichtkameras und 391 Zonen mit eingeschränktem Verkehr. Die Zahlen stammen aus der Projektdatenbank und nicht aus einem gemeinsamen Datensatz europäischer Verkehrsbehörden.
Polen: mehr als 500 Geschwindigkeitsmessstellen erfasst
In der vom Betreiber im September 2026 veröffentlichten polnischen Kartenansicht sind mehr als 500 stationäre und mobile Geschwindigkeitsmessstellen erfasst. Hinzu kommen über 200 Standorte zur Rotlichtüberwachung und 226 Abschnitte mit Durchschnittsgeschwindigkeitskontrolle. Über Filter können die einzelnen Kategorien ein- und ausgeblendet werden. Nutzer können so gezielt nach bestimmten Kontrollarten in einer Region suchen.
Bei einer Abschnittskontrolle wird die Geschwindigkeit nicht nur an einem einzelnen Messpunkt erfasst. Das System berechnet stattdessen, wie schnell ein Fahrzeug im Durchschnitt auf der gesamten überwachten Strecke unterwegs war.
In Polen wird diese Form der Überwachung zudem auf Autobahnen und Schnellstraßen ausgeweitet. Im Rahmen eines aus dem polnischen Aufbau- und Resilienzplan finanzierten Projekts installierte die polnische Generalinspektion für den Straßenverkehr 43 zusätzliche Anlagen zur Durchschnittsgeschwindigkeitsmessung. Die letzte Anlage wurde am 16. Juni 2026 abgenommen.
Österreich, Italien und Deutschland: unterschiedliche Kontrollen auf Transitstrecken
Für den internationalen Güterverkehr sind Informationen über Kontrollsysteme auch außerhalb Polens relevant. Die europäischen Länder setzen unterschiedliche Verfahren zur Durchsetzung der Verkehrsregeln ein. Ein aus einem Land vertrautes Kontrollsystem kann jenseits der Grenze nach anderen Regeln eingesetzt werden.
Österreich nutzt beispielsweise Section Control, um die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen festgelegten Straßenabschnitt zu ermitteln. In Italien übernehmen die Systeme Tutor und SICVE eine vergleichbare Aufgabe auf Teilen des Autobahnnetzes.
TollTracker weist für Österreich 36, für Frankreich 71 und für Italien 480 Abschnitte mit Durchschnittsgeschwindigkeitskontrolle aus. Außerdem verzeichnet der Betreiber mehr als 4.500 Geschwindigkeitsmessstellen in Deutschland und über 8.500 in Italien.
Die italienische Karte zeigt darüber hinaus sogenannte ZTL-Zonen. Dabei handelt es sich um Bereiche mit eingeschränkter Zufahrt, die vor allem in Städten zu finden sind. In der Projektdatenbank sind 356 solcher Zonen erfasst.
In diesen Bereichen reicht es nicht aus, lediglich die Kamerastandorte zu kennen. Ob ein Fahrzeug einfahren darf, kann vom Fahrzeugtyp, einer erforderlichen Genehmigung oder der Uhrzeit abhängen.
Das ist insbesondere für den Verteilerverkehr wichtig, bei dem Lieferfahrzeuge regelmäßig in Innenstädte fahren müssen. Ein Verstoß kann auch dann vorliegen, wenn das Tempolimit eingehalten wird – etwa wenn ein Fahrzeug ohne entsprechende Berechtigung in eine beschränkte Zone einfährt.
Die Abdeckung wird weiter ausgebaut
Das Projekt soll letztlich 22 Länder abdecken. Die einzelnen Märkte befinden sich jedoch noch in unterschiedlichen Entwicklungsphasen.
Laut den im September 2026 auf der TollTracker-Website veröffentlichten Angaben sind aktuelle Karten für 14 Länder verfügbar. Dazu zählen neben Polen auch Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Rumänien und Ungarn.
Auf der Liste der geplanten Erweiterungen stehen unter anderem Tschechien, die Slowakei, Belgien, die Niederlande und die Schweiz.
Die Onlinekarte kann ohne Registrierung genutzt werden. Sie ist Teil des umfassenderen TollTracker-Projekts, zu dem auch eine mobile App gehört. Die App warnt Fahrer, wenn sie sich erfassten Kontrollpunkten oder Zufahrtsbeschränkungen nähern.
Für Lkw gelten eigene Tempolimits
Die interaktive Karte basiert auf einer unabhängigen Datenbank, die laut Betreiber regelmäßig aktualisiert wird. Bei der Routenplanung für schwere Fahrzeuge ist jedoch zu beachten, dass allgemeine Angaben zu Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht automatisch für alle Fahrzeugklassen gelten.
So gilt die für polnische Autobahnen in der Karte angegebene Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h für Pkw und andere Fahrzeuge, für die diese Regelung gilt. Für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen sowie für Fahrzeugkombinationen liegt das reguläre Limit auf polnischen Autobahnen und Schnellstraßen dagegen bei 80 km/h, sofern Verkehrszeichen keine niedrigere Geschwindigkeit vorgeben.
Die Karte kann damit eine zusätzliche Hilfe bei der Planung nationaler und internationaler Touren sein. Sie zeigt, wo in Europa Kontrollsysteme und Zufahrtsbeschränkungen liegen. Aktuelle Verkehrsschilder, örtliche Vorschriften und offizielle Informationen der zuständigen Behörden bleiben jedoch maßgeblich.









