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Niedrigwasser: HDE fordert mehr Lang-Lkw für zusätzliche Transportkapazität

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Nach den Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot bringt der Handelsverband Deutschland eine weitere Maßnahme ins Spiel: Lang-Lkw sollen dauerhaft eingesetzt und das zugelassene Streckennetz ausgeweitet werden. Der Verband reagiert damit auf mögliche Engpässe, wenn Transporte wegen des Niedrigwassers von der Binnenschifffahrt auf Straße und Schiene verlagert werden.

Der Handelsverband Deutschland fordert angesichts der niedrigen Pegelstände auf deutschen Flüssen mehr Spielraum für Lang-Lkw. Nach Einschätzung des HDE könnten zusätzliche Verlagerungen von der Wasserstraße auf den Straßengüterverkehr zu Engpässen führen.

Wenn man dann noch den seit Jahren akuten LKW-Fahrermangel sieht, wird klar, dass derzeit alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollten“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Der Verband fordert deshalb eine dauerhafte Zulassung der bislang nur befristet genehmigten Lang-Lkw-Variante und zugleich einen Ausbau des für Lang-Lkw freigegebenen Verkehrsnetzes.

Mehr Volumen, aber kein höheres Gewicht

Lang-Lkw können vor allem dort Vorteile bringen, wo das Ladevolumen und nicht das Gewicht den Transport begrenzt. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums können zwei Lang-Lkw-Fahrten etwas mehr als drei konventionelle Lkw-Fahrten ersetzen. Die zulässige Gesamtmasse bleibt jedoch bei 40 Tonnen beziehungsweise 44 Tonnen im Kombinierten Verkehr.

Damit ist die Technologie kein Ersatz für Binnenschiffe bei schweren Massengütern wie Baustoffen, Mineralölprodukten oder Rohstoffen. Für voluminöse Handels- und Konsumgüter kann sie dagegen zusätzliche Kapazität schaffen.

Der HDE verweist zudem auf geringeren Personal- und Energieeinsatz sowie mögliche CO2-Einsparungen.

Dauerbetrieb teilweise längst Realität

Die Forderung des HDE braucht allerdings eine Einordnung: Lang-Lkw der Typen 2 bis 5 sind in Deutschland bereits seit Jahren im streckenbezogenen Regelbetrieb zugelassen.

Befristet ist vor allem der Lang-Lkw Typ 1, also der verlängerte Sattelauflieger mit bis zu 17,88 Metern Gesamtlänge. Seine Zulassung läuft derzeit bis Ende 2026.

Für Unternehmen ist deshalb nicht nur die Befristung relevant, sondern auch das sogenannte Positivnetz. Lang-Lkw dürfen nur auf ausdrücklich freigegebenen Strecken verkehren. Genau hier sieht der HDE weiteren Handlungsbedarf.

Niedrigwasser verschärft bekannte Kapazitätsprobleme

Die aktuelle Lage auf Rhein und anderen Wasserstraßen gibt der Debatte neue Dringlichkeit. Fällt ein Teil der Binnenschiffskapazität weg, müssen zusätzliche Mengen auf Straße und Schiene verteilt werden.

Lang-Lkw können diesen Effekt punktuell abfedern, lösen das Grundproblem aber nicht. Der Vorschlag des HDE zielt deshalb vor allem auf mehr Effizienz im bestehenden Straßengüterverkehr: mehr Ladevolumen je Fahrt, weniger Fahrzeugbewegungen und ein größeres freigegebenes Streckennetz.

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