Der Dienst der Gemini Cooperation AE19, der bei Hapag-Lloyd unter der Bezeichnung SE4 vermarktet wird, fährt künftig durch das Rote Meer und den Suezkanal. Die bisherige Umleitung über das Kap der Guten Hoffnung entfällt. Die Änderung gilt ab sofort. Die erste Fahrt übernimmt die Berlin Mærsk auf der westgehenden Reise 628W. Anschließend folgt die ostgehende Reise 637E, wie Maersk mitteilte.
Die Anpassung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem regulären Containerverkehr über diese Route. Seit den Angriffen auf die Handelsschifffahrt im Roten Meer Ende 2023 meiden die meisten großen Reedereien die Verbindung weitgehend.
AE19 ist der zweite Dienst auf der Suezkanalroute
Der Dienst AE19 verbindet Häfen in China und Südkorea mit Südostasien, Saudi-Arabien und dem westlichen Mittelmeer. Die aktualisierte Hafenrotation lautet: Xingang – Qingdao – Busan – Ningbo – Shanghai – Tanjung Pelepas – Dschidda – Suezkanal – Port Said – Tanger – Port Said – Suezkanal – Dschidda – Singapur – Xingang.
Damit bleibt Tanger der westliche Endpunkt des Dienstes. Von dort bestehen Anschlussverbindungen zu europäischen Märkten.
Maersk und Hapag-Lloyd begründen die Entscheidung mit einer eingehenden Bewertung der Sicherheitslage im Roten Meer. Es handelt sich nicht um eine einzelne Testfahrt, sondern um eine dauerhafte Anpassung des Dienstplans. AE19 soll den Suezkanal daher künftig regulär nutzen.
Nach Angaben von Maersk soll die neue Routenführung zu kürzeren Laufzeiten führen. Wie groß der Zeitgewinn für AE19 ausfallen wird, bezifferte die Reederei allerdings nicht.
AE19 ist damit der zweite Gemini-Dienst, der in diesem Sommer wieder den Suezkanal nutzt. Anfang Juli hatten die Partner bereits angekündigt, dass auch der Dienst AE15, der Asien, das Mittelmeer und Europa verbindet, nicht länger um das Kap der Guten Hoffnung geführt werden soll. Hapag-Lloyd zufolge verkürzt sich die Umlaufzeit dadurch um rund vier Wochen, wie Reuters berichtete.
Maersk hat außerdem bestätigt, dass der MECL-Dienst zwischen dem Mittleren Osten und der US-Ostküste ebenfalls auf die Suezkanalroute zurückkehrt. Die Transitzeiten westgehender Transporte sollen sich dadurch im Durchschnitt um sieben Tage verkürzen. In östlicher Richtung kann die Reisezeit laut Unternehmen um bis zu 14 Tage sinken.
Keine vollständige Rückkehr des Gemini-Netzes geplant
Trotz der zusätzlichen Routenänderung betont Maersk, dass Gemini derzeit nicht das gesamte Netzwerk wieder auf den Suezkanal verlagern will. Die Reederei hat keine weiteren Änderungen an Gemini-Diensten angekündigt und auch keinen Zeitplan für eine umfassendere Rückkehr genannt. Ebenso werde derzeit nicht geprüft, das komplette Ost-West-Netz wieder auf die Suezkanalroute zu verlagern.
Die Zurückhaltung zeigt, wie schnell sich die Sicherheitslage verändern kann. Im Februar führten Maersk und Hapag-Lloyd den Dienst ME11 durch das Rote Meer. Bereits im März stellten sie weitere Durchfahrten ein und verlegten sowohl ME11 als auch MECL wieder um das Kap, nachdem sich die Lage im Nahen Osten verschärft hatte.
Die Reedereien wollen die Entwicklung in der Region weiterhin beobachten. Für jede weitere Entscheidung zur Routenführung bleibt die Sicherheit der Besatzungen, der Schiffe und der Ladung ausschlaggebend.









