Das Wichtigste im Überblick
- Daimler Truck erwartet 2026 nun ein bereinigtes Konzern-EBIT von 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro.
- Die bereinigte Umsatzrendite des Industriegeschäfts soll 7 bis 9 Prozent erreichen.
- Der Konzernabsatz wird auf 340.000 bis 370.000 Fahrzeuge angehoben.
- Trucks North America soll 2026 160.000 bis 180.000 Fahrzeuge absetzen.
- Daimler Buses erhält dagegen eine niedrigere Absatzprognose.
Ergebnis schwächer, Ausblick besser
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Daimler Truck im Industriegeschäft einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro, 6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das bereinigte Konzern-EBIT sank dagegen um 18 Prozent auf 838 Millionen Euro. Die bereinigte Umsatzrendite des Industriegeschäfts verringerte sich von 9,2 auf 6,8 Prozent.
Nach Angaben des Unternehmens belasteten insbesondere Zölle weiterhin die Profitabilität. Gleichzeitig erwartet Daimler Truck, dass sich die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte verbessert.
Genau darauf basiert die angehobene Prognose.
Nordamerika soll zweite Jahreshälfte stützen
Für Trucks North America erwartet Daimler Truck nun einen Absatz von 160.000 bis 180.000 Fahrzeugen, zuvor waren 150.000 bis 170.000 Einheiten vorgesehen. Auch die bereinigte Umsatzrendite des Segments wurde von bislang 6 bis 8 Prozent auf 9 bis 11 Prozent angehoben.
Im zweiten Quartal setzte Trucks North America 41.687 Fahrzeuge ab, 8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Auftragseingang stieg auf 35.379 Einheiten und damit um 156 Prozent.
Das bereinigte EBIT des Segments lag mit 435 Millionen Euro allerdings noch 34 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Vorstandsvorsitzende Karin Rådström erklärte:
Die starke Geschäftsentwicklung bei Trucks North America, die Aussicht auf höhere Absatzzahlen und die geringere erwartete Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf bestärken uns darin, unsere Prognose für das Gesamtjahr anzuheben.“
US-Zölle verlieren etwas an Schrecken
Ein wichtiger Faktor für den neuen Ausblick ist die Entscheidung des US-Handelsministeriums, den Antrag von Daimler Truck auf Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen zu genehmigen.
Dadurch rechnet das Unternehmen ab der zweiten Jahreshälfte mit einer geringeren Zollbelastung. Die aktualisierte Prognose setzt allerdings voraus, dass der bestehende Rahmen des USMCA-Handelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada unverändert bleibt.
Mögliche Änderungen der Zollpolitik oder neue geopolitische Belastungen sind in der Prognose nicht berücksichtigt.
Konzern hebt mehrere Zielwerte an
Für 2026 erwartet Daimler Truck nun ein bereinigtes Konzern-EBIT von 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro statt bisher 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.
Auch beim Industriegeschäft wurden die Erwartungen nach oben gesetzt:
- Umsatz: 43 bis 47 Milliarden Euro
- bereinigte Umsatzrendite: 7 bis 9 Prozent
- Free Cashflow: 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro
Im zweiten Quartal lag der Free Cashflow des Industriegeschäfts bereits bei 1,76 Milliarden Euro. Nach Unternehmensangaben wurde dieser Wert allerdings auch durch einen Mittelzufluss aus ARCHION gestützt.
Busgeschäft bleibt schwach
Während Daimler Truck für Nordamerika optimistischer wird, fällt der Ausblick für das Busgeschäft vorsichtiger aus.
Wegen der anhaltend schwachen Marktentwicklung in Lateinamerika und Mexiko senkte der Konzern seine Absatzprognose für Daimler Buses auf 20.000 bis 25.000 Fahrzeuge. Bislang waren 25.000 bis 30.000 Einheiten erwartet worden.
Damit bleibt das Bild innerhalb des Konzerns uneinheitlich: Nordamerika soll in der zweiten Jahreshälfte stärker tragen, während das Busgeschäft unter Druck bleibt und das Ergebnis insgesamt noch deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt.









