Das Wichtigste in Kürze:
- Weltweit könnten 131.095 Fahrzeuge von der Maßnahme betroffen sein.
- In Deutschland geht es laut KBA um 27.084 Lkw.
- Der Rückruf umfasst ausgewählte Actros-, Arocs- und eActros-Modelle.
- Die betroffenen Fahrzeuge stammen aus dem Produktionszeitraum 31. März 2021 bis 31. Oktober 2025.
- Als mögliches Risiko nennt das KBA Überhitzung – in seltenen Fällen bis hin zu einem Brand.
- In der Werkstatt soll das ACE-System abgeklemmt werden.
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) weist auf eine umfangreiche Serviceaktion bei Mercedes-Benz Trucks hin. Im Mittelpunkt steht ein Bauteil, das neben der Batterie verbaut ist: An dessen elektrischen Kontakten kann es unter bestimmten Bedingungen zu Korrosion kommen.
In der Folge kann sich das Bauteil erhitzen – im ungünstigsten Fall besteht Brandgefahr. Das KBA begleitet den Rückruf.
Umfang: über 131.000 Fahrzeuge weltweit
Wie aus den Angaben in der KBA-Datenbank hervorgeht, betrifft die Aktion potenziell 131.095 Lkw weltweit. Davon sind 27.084 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen.
Genannt wird ein Produktionsfenster vom 31. März 2021 bis zum 31. Oktober 2025. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle in diesem Zeitraum gebauten Fahrzeuge automatisch betroffen sind. Laut KBA geht es um bestimmte Fahrzeuge innerhalb der jeweiligen Baureihen.
In den ergänzenden Hinweisen führt das KBA unter anderem folgende Modelle auf:
- Actros, Baureihe 963,
- Arocs, Baureihe 964 mit dem sogenannten integralen Hinterhaus,
- eActros 300 und 400 mit AGM-Batterie (Absorbent-Glass-Mat-Technologie).
Ob ein konkretes Fahrzeug betroffen ist, lässt sich anhand der Fahrgestellnummer (VIN) beim Hersteller oder in einer autorisierten Werkstatt prüfen.
Undichte Versiegelung als möglicher Auslöser
Nach Angaben von Daimler Truck sitzt das betroffene Aggregat in unmittelbarer Nähe zur Batterie. Der Zulieferer versiegelt das Bauteil mit Kunstharz.
In Einzelfällen könnte diese Versiegelung nicht exakt genug ausgeführt worden sein. Gelangt dadurch Feuchtigkeit an die Kontakte, kann das Korrosion begünstigen.
Korrosion kann wiederum zu erhöhter Wärmeentwicklung führen – und im ungünstigsten Szenario besteht Brandgefahr.
Daimler Truck spricht von nur wenigen bekannten Fällen im Zusammenhang mit dem Problem und teilt mit, dass keine Verletzungen registriert wurden. Auch der KBA-Eintrag nennt weder Sach- noch Personenschäden.
Werkstattmaßnahme: ACE-System wird abgeklemmt
Als Abhilfemaßnahme nennt das KBA das Abklemmen des ACE-Systems. Ein kompletter Batterietausch wird von der Behörde nicht als erforderlich beschrieben.
Die Aktion läuft beim Hersteller unter dem Code AGM-BATT. In der KBA-Datenbank ist sie unter der Referenz 16569R geführt.
Halter betroffener Fahrzeuge können sich an Daimler Truck wenden oder einen Termin bei einem autorisierten Servicepartner vereinbaren.
Auch eActros-Modelle sind Teil des Rückrufs
Die Maßnahme betrifft nicht nur Diesel-Lkw. Eingeschlossen ist auch die erste Generation des eActros 300 und 400 mit AGM-Batterie. Dabei geht es laut KBA nicht um die Hochvolt-Traktionsbatterien für den Antrieb, sondern um ein Bauteil im Zusammenhang mit der AGM-Batterie.
Die Produktion der ersten eActros-Generation (300/400) lief Ende 2025 aus, nachdem Mercedes-Benz die nächste Generation elektrischer Lkw eingeführt hatte.
Werkstatttermin zeitnah einplanen
Auch wenn bislang keine Verletzungen gemeldet wurden, gilt: Wenn Überhitzung oder Brand als mögliches Risiko genannt wird, sollte der Werkstattbesuch nicht aufgeschoben werden. Das betrifft insbesondere Fahrzeuge mit hoher Auslastung, etwa im internationalen Verkehr oder mit langen täglichen Einsatzzeiten.
Transportunternehmen mit Actros-, Arocs- oder eActros-Fahrzeugen aus dem genannten Zeitraum sollten prüfen, ob ihre Lkw in der Aktion enthalten sind, und zeitnah einen Termin in einer autorisierten Werkstatt vereinbaren. Modellbezeichnung und Bauzeitraum allein reichen dafür nicht aus – entscheidend ist die Prüfung der individuellen VIN.









