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IAA 2026: Megawatt-Laden bringt E-Lkw schneller voran

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Auf der IAA Transportation 2026 steht bei Elektro-Lkw nicht nur die Fahrzeugtechnik im Mittelpunkt. Entscheidend ist, ob entlang der europäischen Güterverkehrsrouten ausreichend leistungsfähige und planbare Ladeinfrastruktur verfügbar ist. Milence zeigte Ladetechnik mit bis zu 1.000 kW, Shell setzt in Deutschland auf reservierte Ladezeiten und MAN baut sein Charge&Go-Netz aus.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Milence demonstrierte ein MCS-Ladesystem mit bis zu 1.000 kW Leistung.
  • Shell bietet Amazon-Partnern in Deutschland reservierbare Ladezeiten mit bis zu 400 kW.
  • MAN Charge&Go erweitert sein europäisches Netz um 50 geprüfte Standorte, unter anderem in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Portugal.
  • Milence will bis Ende 2027 insgesamt 70 Ladeparks betreiben. Mehr als die Hälfte davon soll MCS-Technologie unterstützen.

Die Messe in Hannover zeigte drei zentrale Anforderungen an die Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw: Megawatt-Laden soll die Ladezeit auf die Dauer einer regulären Fahrerpause verkürzen. Reservierungssysteme schaffen mehr Planungssicherheit. Gleichzeitig wächst das Netz an Ladepunkten entlang immer mehr europäischer Güterverkehrskorridore.

Megawatt-Laden soll in die Fahrerpause passen

Auf der IAA Transportation 2026 demonstrierten Milence, Daimler Truck, MAN Truck & Bus und Scania gemeinsam das Megawatt Charging System, kurz MCS. Zum Einsatz kam das HYC1000-System von Alpitronic, das bis zu 1.000 kW Ladeleistung bereitstellen kann. Nach Angaben von Milence lässt sich die Batterie eines Elektro-Lkw damit während einer 30- bis 45-minütigen Fahrerpause auf 80 Prozent und möglicherweise sogar vollständig aufladen.

Der Ladevorgang soll damit in die ohnehin vorgeschriebenen Pausen im Fernverkehr passen.

Scania zufolge liefert das System bei einer derzeitigen Stromstärke von 1.000 Ampere bereits 750 kW. Mit weiterer Entwicklung könnte die MCS-Ladeleistung auf mehr als 3 MW steigen.

Megawatt-Laden trotz begrenzter Netzkapazität

Ein leistungsstarkes Ladegerät ist nur dann sinnvoll, wenn am Standort auch ein entsprechend leistungsfähiger Netzanschluss zur Verfügung steht. Um diese Hürde zu umgehen, war die Milence-Anlage auf der Messe mit einem Energiespeicher kombiniert. Das eingesetzte Pixii-PowerBase-System bietet 1 MW Leistung und 2 MWh Speicherkapazität. Dadurch könnte sich Hochleistungsladen auch dort realisieren lassen, wo das örtliche Stromnetz allein nicht genügend Kapazität bereitstellt.

Ein Energiespeicher kann zudem die Abhängigkeit der Ladeleistung vom lokalen Netzanschluss verringern. Das ist für den Ausbau der Lkw-Ladeinfrastruktur entscheidend. Denn nicht nur die Fahrzeuge und Ladegeräte bestimmen das Tempo, sondern auch die Frage, wie viel Strom an den einzelnen Standorten tatsächlich verfügbar ist.

Milence

Milence betreibt derzeit knapp 40 Ladeparks in neun Ländern. Bis Ende 2027 soll die Zahl auf 70 Ladeparks steigen. Mehr als die Hälfte davon soll das Laden mit MCS-Technologie ermöglichen.

Shell reserviert Ladezeiten für Elektro-Lkw

Shell verfolgt einen anderen Ansatz und konzentriert sich auf eine besser planbare Nutzung der Ladepunkte. Das Unternehmen arbeitet in Deutschland mit Amazon zusammen, um Elektro-Lkw im Transportnetz des Onlinehändlers mit Schnellladeinfrastruktur zu versorgen. Standorte gibt es bereits in Hannover und Kirchheim, ein weiterer ist in Koblenz geplant. Die für schwere Nutzfahrzeuge ausgelegten Stationen verwenden Flüssigkeitskühlung und bieten bis zu 400 kW Ladeleistung.

Der entscheidende Vorteil liegt jedoch nicht allein in der Leistung. An ausgewählten Standorten können Amazon-Partner über das Shell-Konzept „Zuhause auf Zeit“ ein konkretes Ladezeitfenster im Voraus reservieren.

So lassen sich Ladestopps leichter in die Routenplanung, den Fahrzeugeinsatz und die vorgeschriebenen Ruhezeiten integrieren. Der Zugang zu den Ladepunkten und die Bezahlung erfolgen über die Shell Card.

Amazon setzt derzeit mehr als 45 Elektro-Lkw im deutschen Transportnetz ein. Shell zufolge umfasst das deutsche Netz für schwere Nutzfahrzeuge rund 150 Ladepunkte.

Reservierungsmöglichkeiten zeigen, wie sich die Anforderungen an Ladeinfrastruktur verändern. Für Fernverkehrsunternehmen reicht es nicht aus, dass ein Ladepunkt an der Strecke liegt oder eine hohe Leistung bietet. Ebenso wichtig ist die Gewissheit, dass die Technik bei der Ankunft des Fahrzeugs tatsächlich verfügbar ist.

MAN Charge&Go erweitert das Netz um 50 Standorte

Auch MAN arbeitet daran, den Zugang zu geeigneter Ladeinfrastruktur zu verbessern. Auf der IAA Transportation 2026 kündigte der Hersteller eine weitere Ausbaustufe seines Charge&Go-Netzes an.

Das europäische Netz geprüfter Standorte für den Einsatz von Elektro-Lkw wird um 50 Standorte erweitert. Die neuen Standorte entstehen unter anderem in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Portugal.

Damit vergrößert sich die Reichweite der Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw erneut. Gerade im internationalen Güterverkehr ist eine breite Abdeckung entscheidend, denn einzelne gut ausgestattete Standorte können Lücken entlang der übrigen Strecke nicht ausgleichen.

Die Technik entwickelt sich weiter – der Ausbau muss mithalten

Die auf der IAA vorgestellten Zahlen machen jedoch auch deutlich, wie weit die verfügbare Infrastruktur noch hinter den technischen Möglichkeiten zurückliegt.

Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) werden in Europa bis 2030 rund 35.000 öffentlich zugängliche MCS-Schnellladepunkte benötigt. Derzeit gibt es in der Europäischen Union rund 730 Ladepunkte mit einer Mindestleistung von mehr als 350 kW, die ausschließlich schweren Nutzfahrzeugen vorbehalten sind.

Auf der IAA Transportation 2026 wurde daher deutlich, dass kein einzelner Technologiebestandteil ausreicht. Für ein funktionierendes Ladesystem im elektrischen Schwerlastverkehr braucht es Megawatt-Leistung, Energiespeicher, reservierbare Ladezeiten und ein stetig wachsendes Standortnetz.

Fahrzeug- und Ladetechnik entwickeln sich schnell weiter. Die eigentliche Herausforderung bleibt der flächendeckende Ausbau: Entlang der gesamten Strecke muss zu den passenden Zeiten ausreichend Ladeleistung verfügbar sein.

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