Ende letzten Jahres hat Großbritannien das e-CMR-Protokoll ratifiziert. Elektronische Transportdokumente können die negativen Auswirkungen des Brexit auf den Straßentransport minimieren.

Am 20. Dezember 2019 ratifizierte das Vereinigte Königreich das e-CMR-Protokoll, das den nationale und internationale Transporte von und nach dem Vereinigten Königreich mithilfe digitaler Frachtbriefe ermöglicht. Damit ist der Staat der Gruppe von 23 Ländern beigetreten, die die elektronische Version e-CMR implementiert haben.

Die Entscheidung zur Unterzeichnung des Zusatzprotokolls fiel nach einem erfolgreich durchgeführten internationalen Pilotprojekt unter Beteiligung von TransFollow, dem Transportunternehmen Brian Yeardley Continental aus West Yorkshire, unter der Aufsicht des britischen Verkehrsministeriums und von Branchenverbänden.

Die Entscheidung des Vereinigten Königreichs, das e-CMR-Protokoll zu ratifizieren, ist das Ergebnis gemeinsamer Aktivitäten der IRU zusammen mit ihren Mitgliedern aus dem Vereinigten Königreich, der Freight Transport Association und der Road Haulage Association. Dieser Schritt wurde in einem entscheidenden Moment unternommen und wird wesentlich dazu beitragen, mögliche Handelshemmnisse aufgrund des Brexit zu überwinden. Die Implementierung des e-CMR wird dem Straßentransportsektor ermöglichen, weiterhin das zu tun, was er am besten kann – Unternehmen und Gemeinden zu dienen , erklärte Matthias Maedge, Generaldelegierter der IRU.

Transport mit e-CMR unter britischer Beteiligung

Im vergangenen Frühjahr startete zudem ein französisch-niederländisch-britisches Projekt, im Rahmen dessen der erste grenzüberschreitende e-CMR-Transport durchführt wurde.  IRU (International Transport Union) zufolge wurde dieser Transport von der französischen Firma Transports FIOLET durchgeführt. Die Tour begann in Frankreich und führte durch die Niederlande, von wo aus der Lastwagen mit der Fähre nach Großbritannien gelangte. Bei diesen Tests wurde auch die TransFollow-Plattform verwendet.

Vorteile des e-CMR

E-CMR hat zweifellos viele Vorteile, sowohl aus Sicht von Frachtführern als auch von Verladern. Der elektronischer digitale Frachtbrief ermöglicht es den Frachtführern, logistische Informationen bequem zu archivieren. Darüber hinaus haben sowohl der Verlader als auch das Transportunternehmen Zugriff auf Daten über den gesamten Prozess, z. B. den Ort und die Uhrzeit der Beladung, den Standort der Ladung und den LKW, in dem die Waren befördert werden.

Weitere Maßnahmen wie Rechnungsstellung, Lieferbestätigung oder Einleitung von Reklamationsverfahren sind effizienter und kostengünstiger.

Dank e-CMR kann aber vor allem die Wartezeit für die Zahlung eines Transportdienstleistung verkürzt werden. Der Beförderer kann dank des digitalen Frachtbriefs die erbrachte Leistung unmittelbar nach Beendigung des Transports in Rechnung stellen.

Foto: Pxhere.com/CC0

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