Foto: AdobeStock/Markus Bormann

Jede zehnte Firma gilt als gefährdet. Neue Zahlen zeigen hohe Insolvenzdichte im Transportsektor

Lesezeit 3 Min.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2025 erneut gestiegen. Besonders häufig betroffen ist der Bereich Verkehr und Lagerei. Aktuelle Auswertungen zeigen deutliche Unterschiede zwischen Branchen und Bundesländern.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat 2025 weiter zugenommen. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) wurden 24.064 Fälle registriert,  ein Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber 2024.

Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Bereits 2023 und 2024 waren die Insolvenzen jeweils deutlich gestiegen. Das aktuelle Niveau entspricht dem höchsten Stand seit 2014.

Verkehr und Lagerei an der Spitze

Auffällig ist die Entwicklung nach Branchen.

Mit 133 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen weist der Bereich Verkehr und Lagerei die höchste Insolvenzhäufigkeit auf.

Dahinter folgen:

  • Gastgewerbe (108 Fälle)
  • Baugewerbe (104 Fälle)
  • sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (100 Fälle)

Die Zahlen zeigen, dass der Transport- und Logistiksektor überdurchschnittlich häufig von Insolvenzen betroffen ist.

Weniger Großinsolvenzen, mehr kleinere Fälle

Die Gesamtsumme der Forderungen lag 2025 bei rund 47,9 Milliarden Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 58,1 Milliarden Euro.

Laut Destatis ist dieser Rückgang darauf zurückzuführen, dass es weniger Großinsolvenzen gab. Gleichzeitig stieg die Zahl der Verfahren insgesamt, ein Hinweis auf mehr Insolvenzen kleinerer Unternehmen.

Regionale Unterschiede deutlich

Auch zwischen den Bundesländern zeigen sich Unterschiede. Laut CRIF weist Berlin mit 117 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen die höchste Insolvenzdichte auf.

Über dem Durchschnitt liegen außerdem:

  • Nordrhein-Westfalen (103)
  • Hamburg (98)
  • Hessen (88)
  • Bremen (85)

Am unteren Ende der Skala befinden sich unter anderem Thüringen, Brandenburg und Bayern. In absoluten Zahlen führen Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg die Statistik an.

Jede zehnte Firma gilt als gefährdet

Neben den tatsächlichen Insolvenzen nimmt auch das Risiko weiter zu. Laut CRIF gelten aktuell rund 322.000 Unternehmen als insolvenzgefährdet, das entspricht 10,3 Prozent aller Firmen.

CRIF-Geschäftsführer Dr. Frank Schlein erklärt:

„Die Rahmenbedingungen haben sich im zurückliegenden Jahr weiter verschlechtert.“

Branche warnt vor zusätzlichem Kostendruck

Parallel zu den aktuellen Zahlen weist die Transportbranche auf zusätzliche Belastungen hin. Branchenverbände hatten zuletzt im Zusammenhang mit steigenden Dieselpreisen vor zunehmendem finanziellen Druck gewarnt.

Kurzfristige Kostensteigerungen könnten laut Branchenvertretern insbesondere bei kleinen und mittelständischen Transportunternehmen die Liquidität belasten.

Ausblick bleibt verhalten

Für das laufende Jahr erwartet CRIF einen weiteren leichten Anstieg der Insolvenzen.

Damit bleibt die wirtschaftliche Lage für viele Unternehmen, insbesondere im Transport- und Logistikbereich angespannt, auch wenn sich die Dynamik gegenüber den Vorjahren etwas abgeschwächt hat.

Tags:

Auch lesen