Im Auftrag der wichtigsten deutschen Verkehrsverbände (BGL, DSLV, BWVL und AMÖ) bereitet eine der lokalen Anwaltskanzleien eine Klage gegen Volkswagen vor. Die Frachtführer werden eine Entschädigung für den Kauf von zwei Flaggen-Modellen für ihre Flotten verlangen.

Wer die Fahrzeuge VW Passat 2.0 TDI oder VW T6 Transporter 2.0 TDI in seiner Flotte besitzt, der hat sowohl Pech als auch Glück – lesen wir auf dem deutschen Verkehrsportal eurotransport.de. Von Pech ist die Rede, denn bei beiden Modellen hat der Hersteller die Abgasmessung manipuliert. Von Glück, denn, wie das Portal schreibt, kann die Klage deutscher Gewerkschaften den Weg für Forderungen anderen benachteiligten Unternehmern ebnen. Unternehmen, die diese Modelle vor dem 18. September 2015 gekauft haben, können bei Volkswagen Schadensersatz beantragen. Der Fall verjährt am 31. Dezember 2018.

Eine Affäre um den Volkswagen-Diesel

Im Jahr 2015 ist die Information herausgekommen, dass Pkw mit dem Volkswagen 2.0 TDI-Motor absichtlich so programmiert sind, dass sie täuschen. Das Computersystem im Auto sollte erkennen, wann eine Abgasuntersuchung stattfindet und das Abgasniveau auf einen Wert einstellen, der innerhalb bestimmter Normen liegt. Im alltäglichen Gebrauch sollten Volkswagen Autos jedoch mehr Abgase ausstoßen und die akzeptablen Grenzwerte oft überschreiten. Im September 2016 gab Volkswagen offiziell bekannt, dass die betrügerische Software an bis zu 11 Millionen Autos weltweit verschickt wurde. Defekte Motoren wurden von 2012 bis 2015 produziert.

Der Giagant in Schwierigkeiten

Nach der Aufklärung des Falles geriet Volkswagen in große Schwierigkeiten: Der Skandal kostete das Unternehmen rund 17 Milliarden US-Dollar bei zivilrechtlichen Abrechnungen und 4,3 Milliarden US-Dollar bei der Begleichung von Strafanzeigen. Der ehemalige Volkswagen Manager, Oliver Schmidt, bekannte sich schuldig und wurde zu 7 Jahren Haft verurteilt.

Die Europäische Kommission hat Volkswagen gezwungen, alle Fahrzeuge, die die Abgasnormen nicht erfüllen, bis 2017 auf eigene Kosten zu reparieren.

 

Wikimedia/ Thomas doerfer CC BY 3.0

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