Die deutsche Wirtschaft expandierte im August zwar weiter, doch das Wachstum hat leicht an Dynamik verloren. Zurückzuführen war das auf den Rückgang der Auslandsbestellungen im Servicesektor.

Der IHS Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion lag zum zweiten Mal hintereinander über der neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten, ist jedoch von seinem annähernden Zwei-Jahreshoch im Juli um 1,6 Punkte auf 53,7 gefallen. Zurückzuführen war das auf die Lage im Servicesektor, wo die Geschäfte nach dem enormen Wachstumsschub im Juli nur noch minimal zulegten und die Auslandsbestellungen weiter zurückgingen.

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Quelle: IHS Markit

Signifikant gewachsen ist hingegen die Industrieproduktion-wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Grund dafür war das zweite Auftragsplus in Folge, das so hoch ausfiel wie seit Dezember 2017 nicht mehr. Auch das Exportneugeschäft war auf Wachstumskurs mitunter dank der wieder gestiegenen Nachfrage aus China und der Türkei.

Problematisch war weiterhin die Lage auf dem Arbeitsmarkt: die Beschäftigtenzahlen legten auch im August nicht zu, immerhin verlangsamte sich aber der Stellenabbau, der schwächer ausfiel als in den zurückliegenden vier Monaten. Besonders stark vom Stellenabbau betroffen war die Industrie,im  Servicesektor kam es im August nur zu einem minimalen Stellenaufbau.

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verbesserten sich gegenüber Juli nochmals leicht und fielen insgesamt so optimistisch aus wie zuletzt vor zwei Jahren, wobei die Industrieunternehmen zuversichtlicher auf die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate blicken als die Dienstleister, unter denen weniger Optimismus als im Juni herrschte.

ifo Geschäftsklimaindex steigt drittes Mal in Folge

Auch den neuesten Auswertungen des ifo zufolge ist die Stimmung in den Chefetagen weiter im Aufwind. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im August zum dritten Mal in Folge gestiegen – auf 92,6 Punkte nach 90,4 Punkten im Juli. Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Lage im Vergleich zum Vormonat merklich besser und blicken mit Zuversicht in die Zukunft.

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Quelle:ifo

Im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima erheblich verbessert. Die Einschätzungen der Unternehmen zur aktuellen Lage machten einen Sprung nach oben. Obwohl viele Industriefirmen ihre wirtschaftliche Lage weiterhin als schlecht beurteilen, ist der Ausblick auf die kommenden Monate deutlich optimistischer.Ebenfalls im Bauhauptgewerbe macht sich Erholung bemerkbar, obwohl hier weiterhin Zurückhaltung herrscht, was die Zukunftsaussichten angeht.

Im Handel hingegen hat sich die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas abgeflacht: Die Händler waren zwar etwas zufriedener mit ihrer aktuellen Lage, blickten jedoch nicht unbedingt mit Optimismus in die Zukunft. Im Großhandel war das Geschäftsklima sogar rückläufig.

Foto:IHS Markit

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