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BYD plant Europa-Lkw künftig vor Ort zu bauen: „Wir werden ein europäisches Unternehmen“

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Der chinesische Hersteller BYD will mit dem ETT 44 in das Geschäft mit schweren Elektro-Lkw in Europa einsteigen. Erste Auslieferungen des für den europäischen Markt entwickelten Sattelzugs sind für das zweite Quartal 2027 geplant. Langfristig sollen die Fahrzeuge direkt in Europa gefertigt werden - begleitet von Angeboten für Ladeinfrastruktur, Finanzierung und Service.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Der 44-Tonnen-Sattelzug ETT 44 soll im zweiten Quartal 2027 an europäische Kunden ausgeliefert werden.
  • Die elektrische Zugmaschine verfügt über eine 651-kWh-Batterie und soll rund 600 Kilometer weit kommen.
  • Langfristig will BYD alle in Europa verkauften Fahrzeuge auch vor Ort produzieren.
  • Rund um die Lkw entsteht ein europäisches Angebot für Ladeinfrastruktur, Finanzierung und Service.

Mit der Ankündigung auf der IAA Transportation in Hannover baut BYD seine Aktivitäten auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt aus. Dort treten zunehmend chinesische Hersteller gegen etablierte Lkw-Marken an.

Langfristig werden wir alles, was wir in Europa verkaufen, auch hier vor Ort produzieren, sagte Stella Li, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von BYD und Leiterin des internationalen Geschäfts, auf der Messe in Hannover. Wenn die gesamte Produktion hier stattfindet, ist das in Ordnung. Dann werden wir zu einem europäischen Unternehmen”, fügte sie hinzu.

Noch ist offen, an welchem Standort BYD seine europäischen Lkw fertigen und wann die lokale Produktion beginnen soll. Bereits im Bau befindet sich ein Pkw-Werk im ungarischen Szeged. Dort soll 2027 die Serienproduktion anlaufen.

Eine Fertigung in Europa könnte BYD zudem unabhängiger von Einfuhrzöllen machen. Die Europäische Union erhebt derzeit zusätzliche Ausgleichszölle auf in China produzierte batterieelektrische Pkw. Europäische Lkw-Hersteller wie MAN haben vergleichbare Maßnahmen auch für chinesische Elektro-Lkw gefordert.

BYD ETT 44, elektrische Zugmaschine für den europäischen Markt. Foto: BYD

BYD ETT 44: elektrische Zugmaschine für den europäischen Markt. Foto: BYD

Li bezeichnete die Zölle als kurzfristige Herausforderung, während BYD seine Fertigungskapazitäten in Europa ausbaut.

600 Kilometer Reichweite und Laden in 20 Minuten

Im Mittelpunkt des Messeauftritts in Hannover stand der ETT 44, eine batterieelektrische 4×2-Zugmaschine für Fahrzeugkombinationen bis 44 Tonnen. Zum Einsatz kommt eine 651-kWh-Batterie. BYD gibt die Reichweite mit bis zu 600 Kilometern an. Der Antriebsstrang soll bis zu 1.000 PS leisten.

Für den Fernverkehr besonders interessant ist die Ladeleistung. Nach Angaben von BYD soll sich die Batterie mit dem neuen 1,5-MW-Ladesystem in etwa 20 Minuten von 20 auf 80 Prozent laden lassen. Damit sollen rund 400 Kilometer zusätzliche Reichweite gewonnen werden.

Der ETT 44 ist Teil eines deutlich ausgebauten europäischen Nutzfahrzeugprogramms. Auf der IAA zeigte BYD außerdem starre Lkw mit 4×2- und 6×2-Antrieb. Damit deckt das Angebot Gewichtsklassen von 3,5 bis 44 Tonnen ab.

Neben den Fahrzeugen will BYD den Betreibern ein integriertes Angebot bereitstellen. Dieses umfasst Fahrzeugfinanzierung, Ladeinfrastruktur, Energiemanagement und Kundendienst.

Zu den weiteren Plänen gehören laut Li solarstrombetriebene Ladeanlagen sowie ein Werkstattnetz mit mobiler Pannenhilfe.

BYD ETT 44, elektrische Zugmaschine. Foto: BYD

BYD ETT 44: elektrische Zugmaschine. Foto: BYD

Die Lkw-Technik ist dem Stromnetz voraus

Mit größeren Reichweiten und dem Megawattladen stellt sich für europäische Transportunternehmen jedoch eine weitere Frage: Reicht die Strominfrastruktur für den Betrieb solcher Fahrzeuge aus?

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) nutzte die IAA Transportation, um auf die wachsende Lücke zwischen der Fahrzeugtechnik und der Infrastruktur für emissionsfreie Flotten hinzuweisen.

Die entscheidende Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob leistungsfähige Elektro- und Wasserstoff-Lkw verfügbar sind. Es geht vielmehr darum, ob Ladeinfrastruktur, Stromerzeugung und Netzkapazitäten mit der Entwicklung der Fahrzeuge Schritt halten können, sagte DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster.

Eine vom Verband beim Institut für Kraftfahrzeugtechnik der RWTH Aachen in Auftrag gegebene Studie kam Anfang dieses Jahres zu dem Ergebnis, dass der deutsche Straßengüterverkehr bis 2045 jährlich 156 TWh Strom benötigen könnte – das 39-Fache des heutigen Verbrauchs.

Nach Einschätzung des DSLV wird ein großer Teil der Ladevorgänge auf Logistikdepots und Betriebshöfen stattfinden. Die Netzanschlüsse dieser Standorte gewinnen daher mit der zunehmenden Elektrifizierung der Flotten immer mehr an Bedeutung.

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