Die wichtigsten Punkte
- Toyota liefert Brennstoffzellensysteme für 40 schwere Scania-Lkw.
- Die Fahrzeuge werden im Rahmen des Pilot-Partner-Programms von Scania erprobt.
- Toyotas Brennstoffzellensystem der dritten Generation leistet 300 Kilowatt.
- Die ersten Wasserstoff-Lkw sollen im ersten Quartal 2027 den Betrieb aufnehmen.
Die am 8. September angekündigte Zusammenarbeit soll belastbare Praxiserfahrungen mit Wasserstoff im anspruchsvollen Güterverkehr liefern. Die Erprobung geht über Labortests hinaus: Die Lkw werden in das Pilot-Partner-Programm von Scania aufgenommen. Über das Programm können ausgewählte Kunden neue Technologien im täglichen Betrieb erproben.
Im Mittelpunkt stehen die technische Leistungsfähigkeit, die Betriebseffizienz und die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer. Die Tests sollen zeigen, für welche Einsatzbereiche Brennstoffzellen-Lkw eine realistische Alternative zu konventionellen Antrieben und anderen emissionsfreien Technologien sind.
Toyotas 300-Kilowatt-System für schwere Lkw
In den Scania-Fahrzeugen kommt Toyotas Brennstoffzellensystem der dritten Generation zum Einsatz. Toyota hat die 300 Kilowatt starke Einheit kompakt ausgelegt. Dadurch eignet sie sich für schwere Nutzfahrzeuge sowie für weitere Anwendungen mit hohem Energiebedarf.
Toyota sieht im Güterverkehr großes Potenzial für Wasserstoff. Das gilt insbesondere für den Fernverkehr, in dem Fahrzeuge viele Kilometer zurücklegen und zugleich möglichst wenig Zeit mit dem Tanken und in Standzeiten verbringen sollen.
Wir sind überzeugt, dass der Schwerlastverkehr entscheidend dazu beitragen kann, die Nachfrage nach Wasserstoff zu steigern und die dafür notwendige Infrastruktur auszubauen. Wasserstoff eignet sich zudem besonders für den Schwerlastverkehr, bei dem Reichweite und Betriebseffizienz eine zentrale Rolle spielen, sagte Hiroki Nakajima, Executive Vice President der Toyota Motor Corporation.
Die Integration des Brennstoffzellensystems der dritten Generation in die Logistikabläufe von Scania-Kunden sei ein wichtiger Schritt, damit wasserstoffbetriebene Mobilität künftig eine noch größere Rolle im europäischen Schwerlastverkehr spielen könne, ergänzte Nakajima.
Scania will Antworten aus dem Praxiseinsatz gewinnen
Für Scania ist das Projekt Teil einer umfassenderen Erprobungsstrategie. Der Hersteller will verschiedene Antriebstechnologien unter realen Einsatzbedingungen vergleichen, bevor er über einen breiteren Einsatz entscheidet.
Wir freuen uns, gemeinsam mit Toyota zu untersuchen, wie sich Brennstoffzellentechnik im anspruchsvollen Transportalltag bewährt, erklärte Sara Forsberg, Chief Technology Officer bei Scania.
Im Rahmen des Pilot-Partner-Programms arbeite Scania mit ausgewählten Kunden zusammen, um neue Technologien in realen Einsatzszenarien zu testen, Erfahrungen aus dem Betrieb zu sammeln und die eigenen Lösungen weiterzuentwickeln, sagte sie.
Die Erprobung soll daher nicht nur die möglichen Vorteile von Wasserstoff erfassen. Ebenso wichtig ist die Untersuchung der Herausforderungen der Technologie im Schwerlastverkehr – darunter der Energieverbrauch, die Betriebskosten und die Verfügbarkeit geeigneter Tankinfrastruktur.
Erste Fahrzeuge sollen 2027 auf die Straße kommen
Im ersten Quartal 2027 soll das Programm in die praktische Phase übergehen. Die ersten elektrisch angetriebenen Scania-Lkw mit Wasserstoff-Brennstoffzellen sollen dann den kommerziellen Betrieb aufnehmen.
Die Daten aus allen 40 Fahrzeugen sollen Aufschluss darüber geben, für welche Transportaufgaben die Technik besonders geeignet ist. Darüber hinaus wird sich zeigen, welche Hindernisse vor einem großflächigen Einsatz von Brennstoffzellen-Lkw noch überwunden werden müssen.
Die Zusammenarbeit von Toyota und Scania fällt in eine Phase, in der Nutzfahrzeughersteller verschiedene Wege zur Dekarbonisierung des Fernverkehrs prüfen. Batterie- und Wasserstoffantriebe haben unterschiedliche Einsatzprofile. Praxistests mit vollständigen Fahrzeugflotten werden daher wichtig sein, um das Potenzial von Brennstoffzellen-Lkw realistisch einzuschätzen.








