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Rekordpreise in Deutschland: Diesel bleibt teuer – Niederlande liegen noch darüber

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Die Dieselpreise in Deutschland erreichen neue Höchststände. Gleichzeitig zeigt ein Blick ins Ausland: In den Niederlanden liegt das Preisniveau nochmals deutlich höher. Für Transportunternehmen bleiben Kraftstoffkosten damit europaweit ein zentraler Belastungsfaktor.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Kraftstoffpreise in Deutschland haben Anfang April ein neues Rekordniveau erreicht. Wie der ADAC mitteilt, lag der durchschnittliche Dieselpreis am 6. April bei 2,443 Euro pro Liter und damit über dem bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2022.

Auch Benzin verteuerte sich weiter: Super E10 kostete im Schnitt 2,192 Euro pro Liter und näherte sich ebenfalls historischen Spitzenwerten.

Niederlande deutlich über deutschem Niveau

Im europäischen Vergleich zeigt sich jedoch: Deutschland liegt nicht an der Spitze.

Nach Medienberichten zahlen Verbraucher in den Niederlanden aktuell rund 2,80 Euro pro Liter Diesel, etwa 36 Cent mehr als in Deutschland. Auch bei Benzin liegt das Preisniveau dort deutlich höher.

Die Unterschiede sind vor allem auf höhere Steuern und Abgaben zurückzuführen.

12-Uhr-Regel ohne Wirkung

Mit der Einführung des sogenannten Österreich-Modells zum 1. April sollte die Preisdynamik in Deutschland gebremst werden.

Nach Einschätzung des ADAC bleibt die Wirkung bislang aus. Der Automobilclub bewertet die Regelung als „kontraproduktiv“. Mineralölkonzerne nutzten die eingeschränkte Anpassungsmöglichkeit offenbar für zusätzliche Aufschläge.

So kam es laut ADAC regelmäßig zu Preissprüngen um mehrere Cent pro Liter zur Mittagszeit.

Geopolitik treibt die Preise weiter

Ein zentraler Treiber bleibt der Ölpreis. Hintergrund ist die angespannte Lage im Nahen Osten.

Durch Einschränkungen in der Straße von Hormus ist das Angebot am Weltmarkt zurückgegangen. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl lag zuletzt bei rund 111 US-Dollar, deutlich mehr als vor Beginn der Eskalation.

Wettbewerb verzerrt sich durch nationale Eingriffe

Für Transportunternehmen sind die reinen Tankstellenpreise nur bedingt ausschlaggebend, da größere Flotten in der Regel zu Großhandelskonditionen einkaufen oder Preisgleitklauseln nutzen. Entscheidend ist vielmehr der politische Rahmen: Während einige Länder in den Markt eingreifen und Unternehmen gezielt entlasten, bleibt eine vergleichbare Unterstützung in anderen Staaten aus.

Ein Beispiel ist Polen, wo staatliche Maßnahmen wie Steuererleichterungen und Preisdeckel die Kraftstoffkosten spürbar senken. Dadurch entsteht insbesondere für Unternehmen aus angrenzenden Ländern ein struktureller Wettbewerbsnachteil

Grenznahe Märkte besonders betroffen

Die Auswirkungen zeigen sich vor allem in grenznahen Regionen und im internationalen Verkehr. Unternehmen aus Ländern ohne Entlastungsmaßnahmen operieren unter höheren Kostenbedingungen, während Wettbewerber aus regulierten Märkten günstiger anbieten können.

Damit verschiebt sich der Wettbewerb im europäischen Straßengüterverkehr zunehmend, nicht allein durch Marktpreise, sondern durch politische Eingriffe.

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