Foto: SEES media, Ulrik M. Eriksen / DSV

DSV wächst mit Schenker – doch im europäischen Straßengeschäft hakt die Integration

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Der dänische Logistikkonzern DSV hat Umsatz und operatives Ergebnis im zweiten Quartal 2026 deutlich gesteigert. Während Luft- und Seefracht sowie die Kontraktlogistik von der Schenker-Übernahme und einem starken Marktumfeld profitierten, kämpft die Road-Sparte in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden weiterhin mit Integrationsproblemen. Dennoch hält DSV an seinem Zeitplan fest und hebt die Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht an.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Integration von DB Schenker prägt weiterhin das Geschäft von DSV. Im zweiten Quartal steigerte der dänische Logistikkonzern seinen Umsatz auf 76,7 Milliarden dänische Kronen (rund 10,3 Milliarden Euro) und verbesserte das operative Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) um 32,5 Prozent auf 6,26 Milliarden Kronen (rund 840 Millionen Euro). Für das erste Halbjahr summiert sich das EBIT auf 11,11 Milliarden Kronen (rund 1,49 Milliarden Euro). Auf dieser Basis hob DSV die Untergrenze seiner Jahresprognose leicht an und erwartet nun ein EBIT vor Sondereffekten zwischen 23,5 und 25,5 Milliarden Kronen (rund 3,15 bis 3,42 Milliarden Euro).

Der Konzern profitierte nach eigenen Angaben von einem zusätzlichen Monat Schenker-Beitrag, ersten Synergien aus der Integration sowie einer starken Entwicklung in der Luft- und Seefracht und der Kontraktlogistik. Gleichzeitig belasteten der Nahostkonflikt, steigende Energiepreise und höhere Frachtraten das Marktumfeld.

Road-Sparte bleibt die größte Baustelle

Während die Integration von Schenker konzernweit weitgehend planmäßig verläuft, bereitet das europäische Straßengeschäft DSV weiterhin Probleme.

Besonders in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden führten die Zusammenführung der Netzwerke, IT-Umstellungen und organisatorische Veränderungen zu geringerer Produktivität und einem schwächeren Sendungswachstum als erwartet. Hinzu kamen laut DSV operative Auswirkungen durch den Ausstieg aus dem IDS-Netzwerk in Deutschland. Das Unternehmen reagierte mit einem umfassenden Maßnahmenpaket und berief Konzern-COO Brian Ejsing zusätzlich zum Chef der Road-Division. Begleitend wurden Managementteams in mehreren Ländern neu aufgestellt. Ziel ist es, Produktivität und Servicequalität in der zweiten Jahreshälfte wieder auf das angestrebte Niveau zu bringen.

Die Schwierigkeiten spiegeln sich allerdings nicht unmittelbar in den Ergebniszahlen wider. Das EBIT der Road-Sparte stieg im zweiten Quartal zwar um 90,5 Prozent auf 999 Millionen Kronen (rund 134 Millionen Euro). DSV weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass der Zuwachs vor allem auf den zusätzlichen Beitrag von Schenker sowie auf Gewinne aus Immobilienverkäufen zurückzuführen ist. Allein der Verkauf von Immobilien steuerte rund 250 Millionen Kronen (rund 34 Millionen Euro) zum Ergebnis bei. Operativ blieb das Geschäft dagegen hinter den Erwartungen zurück.

Parallel treibt DSV den Umbau des europäischen Stückgutnetzes voran. Die Zahl der Terminals soll von mehr als 400 auf rund 280 Standorte sinken. Gleichzeitig führt der Konzern das Transportmanagementsystem STAR weiter ein, über das inzwischen rund 20 Prozent aller Sendungen abgewickelt werden. Künftig sollen zudem KI-Anwendungen unter anderem die Tourenplanung, Angebotserstellung und Buchungsprozesse unterstützen.

Luft- und Seefracht profitiert von den Marktverwerfungen

Deutlich besser entwickelte sich die Sparte Air & Sea. Das EBIT vor Sondereffekten stieg im zweiten Quartal um 9,4 Prozent auf 3,78 Milliarden Kronen (rund 506 Millionen Euro). Die sogenannte Conversion Ratio – also der Anteil des Bruttogewinns, der als operativer Gewinn verbleibt – verbesserte sich erstmals seit Beginn der Schenker-Integration wieder auf 42,4 Prozent.

Nach Angaben von DSV wirkten sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten unmittelbar auf das Geschäft aus. Luftraumsperrungen und Flugumleitungen verknappten die verfügbaren Kapazitäten in der Luftfracht und ließen die Frachtraten deutlich steigen. Davon profitierte insbesondere das Luftfrachtgeschäft.

Die Luftfrachtmengen legten im zweiten Quartal um 10 Prozent zu. Im Seefrachtgeschäft stiegen die transportierten Container um 6 Prozent. Gleichzeitig blieben die Mengen auf der wichtigen Asien-Europa-Relation hinter den Erwartungen zurück. Grund dafür waren neben den Auswirkungen des Nahostkonflikts auch schwächere Nachfrageimpulse sowie die anhaltenden Umleitungen vieler Containerschiffe über das Kap der Guten Hoffnung.

Kontraktlogistik wächst am stärksten

Den größten Ergebnissprung verzeichnete erneut die Contract Logistics. Das operative Ergebnis mehr als verdoppelte sich auf 1,53 Milliarden Kronen (rund 205 Millionen Euro) und lag damit 111,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

Treiber waren vor allem Kunden aus den Bereichen Technologie, Cloud-Infrastruktur und Rechenzentren. Auch die Segmente Healthcare, Consumer sowie Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung entwickelten sich positiv. Dagegen blieb das Geschäft mit der Automobilindustrie unter Druck.

DSV betreibt inzwischen weltweit rund 1.200 Logistikstandorte mit einer Lagerfläche von etwa 17 Millionen Quadratmetern. Bis 2027 sollen zusätzlich rund 1,7 Millionen Quadratmeter Lagerfläche konsolidiert und weniger rentable Standorte geschlossen werden. Parallel vereinheitlicht der Konzern seine IT-Systeme und will etwa ein Viertel der bestehenden Anwendungen stilllegen. Auch hier soll Künstliche Intelligenz künftig die Produktivität steigern.

Integration schreitet voran

Nach Angaben von DSV befinden sich inzwischen mehr als 60 Länder, darunter alle wichtigen Märkte einschließlich Deutschlands, entweder bereits vollständig im DSV-Netzwerk oder mitten im Integrationsprozess. Der Abschluss der Integration wird weiterhin bis Ende 2026 erwartet.

Seit Beginn der Zusammenführung wurden konzernweit bereits mehr als 8.000 Büroarbeitsplätze abgebaut. An den finanziellen Zielen hält das Unternehmen fest. Ab 2027 sollen jährlich Synergien von rund neun Milliarden Kronen (etwa 1,2 Milliarden Euro) erzielt werden. Für das laufende Jahr rechnet DSV mit zusätzlichen Synergieeffekten von mindestens vier Milliarden Kronen (rund 536 Millionen Euro). Bis Ende 2026 sollen sich die kumulierten Synergien auf etwa fünf Milliarden Kronen (rund 670 Millionen Euro) belaufen.

Die gesamten Transaktions- und Integrationskosten werden unverändert auf rund elf Milliarden Kronen (etwa 1,47 Milliarden Euro) geschätzt. Seit Abschluss der Übernahme wurden bereits 7,4 Milliarden Kronen (rund 990 Millionen Euro) als Sonderaufwendungen verbucht.

Kunden bleiben dem Konzern treu

Trotz der laufenden Integration berichtet DSV von einer weiterhin hohen Kundenbindung. Vor allem bei den größten internationalen Kunden sei die Bindungsquote stabil geblieben. Lediglich im Straßengüterverkehr verschlechterten sich die Zufriedenheitswerte aufgrund der operativen Probleme in Europa. Gleichzeitig sieht der Konzern weiteres Potenzial, Bestandskunden zusätzliche Transport- und Logistikleistungen anzubieten.

Ausblick

Für die zweite Jahreshälfte erwartet DSV weiterhin ein anspruchsvolles Marktumfeld. Als größte Risiken nennt der Konzern die geopolitische Lage im Nahen Osten, steigende Energiepreise sowie mögliche Auswirkungen auf den Welthandel und internationale Lieferketten.

Der Quartalsbericht zeigt jedoch, dass die Schenker-Übernahme bereits deutliche Ergebnisbeiträge liefert. Während Luft- und Seefracht sowie die Kontraktlogistik von der Integration und dem Marktumfeld profitieren, entscheidet sich der Erfolg der Übernahme in den kommenden Monaten vor allem im europäischen Straßengüterverkehr. Dort muss DSV beweisen, dass sich die operativen Probleme zügig überwinden lassen und die angekündigten Synergien tatsächlich realisiert werden können.

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