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Aus einer anonymen Umfrage, die von der britischen Gewerkschaft Unite durchgeführt wurde, ergibt sich, dass bis zu 29 Prozent Berufskraftfahrer gestehen, ein Nickerchen am Steuer gemacht zu haben. Sie schieben die Schuld auf die Müdigkeit und den Stress, die mit schwierigen Arbeitsbedingungen verbunden sind, berichtet die britische Website MetroUK.

4.000 Fahrer nahmen an der Umfrage teil. Diejenigen, die zugeben, dass sie hinter dem Lenkrad eingeschlafen sind, sagen, dass ein paar Stunden oder sogar eine Nacht in der Kabine nicht genug ist, damit sie sich ausreichend frisch fühlen, um die Fahrt fortzusetzen. Leider können sie sich keine längere Pause leisten, weil die Firmen, für die sie arbeiten, dies nicht zulassen.

Die Ergebnisse dieser Studie sind zutiefst schockierend – sagte Adrian Jones, Vertreter von Unite. „Das Leben der Menschen ist wegen fehlender sozialer Einrichtungen gefährdet. Unternehmen zwingen ihre Mitarbeiter ständig dazu, länger zu arbeiten, weil sie vom Just-in-time-Liefermodell besessen sind. Dies kann unweigerlich zu tragischen Konsequenzen führen. Die Sorge um den psychologischen und physischen Komfort der Fahrer sollte die Priorität eines Unternehmens sein und nicht nur eine momentane Reflexion – fügt Jones hinzu.

Der Mangel an Parkanlagen und Herbergen, in denen die Fahrer unter komfortablen und finanziell fairen Bedingungen übernachten könnten, trägt dazu bei, dass sich das Problem verschlimmert. Nach einer schlaflosen Nacht kehren die Fahrer auf die Straße zurück, wo sie eine Bedrohung für andere Nutzer darstellen. Etwa 20 Prozent von ernsthaften Kollisionen auf Autobahnen sind das Ergebnis des Einschlafens hinter dem Steuer, so die Studie von Loughborough. Die meisten Kollisionen passieren zwischen 2 und 6 Uhr morgens.

Im ganzen Land werden LKW-Fahrer täglich dazu gezwungen, an Ausfahrten zu Parkanlagen und in Industriezonen zu parken, um die Arbeitszeiten nicht zu überschreiten, weil sie nirgendwo hin können. Die lokalen Behörden ergreifen immer noch nicht genügend Maßnahmen, um den Fahrern die Bedingungen zu bieten, die sie benötigen, um sich vor der Rückkehr auf die Straße ordnungsgemäß und sicher auszuruhen, kommentiert die British Road Carriers Association (RHA).

Ermüdung ist nicht der einzige Fluch der Trucker

Zusätzlich zu den Schlafproblemen leiden die Fahrer unter erheblichen Gesundheitsproblemen wie erhöhtem Blutdruck und dem Risiko eines Herzinfarkts. Glücklicherweise sind sich immer mehr Trucker bewusst, dass ein gesunder Lebensstil nicht nur ihr Berufsleben, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden und die Sicherheit erheblich beeinflussen kann.

In Polen gibt es eine Organisation, die seit 5 Jahren Fahrer ausbildet und motiviert, Gewohnheiten zu ändern und ihren Lebensstil zu verbessern. Die Truckers Life Foundation baut ein Netzwerk von Trainingsparks an Parkanlagen in ganz Europa, um Reisenden eine Erholung zu ermöglichen und die Konzentration auf der Straße zu verbessern. Die Organisation hat bereits 99 Fitnessstudios für Fahrer in Polen, Deutschland, der Tschechischen Republik und Litauen gebaut. Die Stiftung untersucht auch die Gesundheit von Berufskraftfahrern und legt ihnen nahe, wie sie ein gesundes und aktives Leben während der Reise führen sollen.

Fot. Flickr/Kristian Bjornard CC BY-SA 2.0

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