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Spanien holt Lkw-Fahrer aus der Türkei. Reaktion auf akuten Personalmangel

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Der Straßengüterverkehr in Spanien steckt in einer tiefgreifenden Personal- und Nachwuchskrise. Tausende unbesetzte Stellen, eine alternde Fahrerschaft und fehlender Nachwuchs schränken die Funktionsfähigkeit der Logistikbranche zunehmend ein. Nun setzt die spanische Transportwirtschaft auf Fahrer aus der Türkei in der Hoffnung, die Lücken schnell zu schließen und operative Ausfälle zu vermeiden.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Ein internationales Abkommen sieht die Anwerbung, Schulung und legale Beschäftigung türkischer Fahrer vor. Sie könnten schon bald zu einer tragenden Säule des spanischen Transportmarkts werden.

Fahrermangel wird zur Wachstumsbremse

Aktuell sind im spanischen Straßengüterverkehr rund 390.000 Berufskraftfahrer beschäftigt. Doch bis zu 30.000 Stellen bleiben unbesetzt, fast zehn Prozent der gesamten aktiven Fahrerschaft.

Verschärft wird die Situation durch den demografischen Wandel: Die Mehrheit der Fahrer ist zwischen 45 und 55 Jahre alt. Setzt sich dieser Trend fort, geht innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Drittel der heutigen Fachkräfte in Rente, mit drastischen Folgen für die Lieferketten. Der spanische Transportverband Fenadismer warnt bereits, dass der Fahrermangel das Wachstum und die Stabilität der Branche massiv gefährdet.

Türkei als Fahrermarkt für Spanien

Die türkische Regierung hat innerhalb des öffentlichen Arbeitsvermittlungsdienstes einen speziellen Rekrutierungsservice vorbereitet, der sich an mehr als 300.000 türkische Lkw-Fahrer richtet, die Arbeit suchen. Ziel sind Umsiedlung, Schulung und anschließende Beschäftigung bei spanischen Transportunternehmen.

Die Vereinbarung wurde durch ein Protokoll über die Zusammenarbeit zur Förderung der Beschäftigung formalisiert, das vom türkischen Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit, dem andalusischen Verband USINTRA und der Campus Foundation in Córdoba unterzeichnet wurde. Dies ist der erste Schritt einer internationalen Strategie, um das Fahrerdefizit in Spanien abzumildern.

Schulung, Sprache und Legalisierung – alles geregelt

Ein zentrales Element der Vereinbarung ist die umfassende Vorbereitung der Fahrer. Dazu gehören:

  • den Erwerb der erforderlichen Qualifikationen nach dem spanischen Rechts- und Transportsystem,
  • das Erlernen der spanischen Sprache,
  • die vollständige Legalisierung des Aufenthalts und der Dokumentation,
  • Unterkunft und Verpflegung während der Schulungszeit.

So können die Fahrer vollständig vorbereitet in den spanischen Arbeitsmarkt eintreten – ohne das Risiko von Rechtsverstößen oder Kompetenzlücken.

Projektstart in Córdoba

Die offizielle Vorstellung des Projekts findet am 3. Februar um 11:00 Uhr auf dem Campus in Córdoba statt. Vertreter der türkischen Regierung sowie der Projektpartner werden anwesend sein. Transportunternehmen und andere Interessierte können nach vorheriger Anmeldung teilnehmen.

Auch wenn das Projekt den Fahrermangel nicht vollständig beheben wird, könnte es einen wichtigen Beitrag zur kurzfristigen Stabilisierung des spanischen Transportmarkts leisten.

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