EU-Abgeordneter kritisiert die Hegelmann Gruppe

Im Südwesten Polens nahe der deutschen Grenze, auf einem knapp zwölf Hektar großen Areal baut die Hegelmann Gruppe als erstes Unternehmen der Transport- und Logistikbranche ein Hub für LKW-Fahrer in Polen. Nicht alle sind von dem Projekt begeistert.

EU-Abgeordneter kritisiert die Hegelmann Gruppe
Hegelmann

Das Betriebszentrum Żarska Wieś wird neben umfassenden Servicemöglichkeiten für Spediteure und Fahrzeuge auch ein eigenes Hotel und reichhaltige Parkmöglichkeiten bieten. Bislang beträgt die Investitionssumme rund 22 Millionen Euro. Die Eröffnung des Komplexes, der sukzessive erweitert werden soll, ist für Mitte 2022 geplant.

Mit dem Hub errichten wir einen optimalen Servicekomplex zugeschnitten auf die die Bedürfnisse unserer Fahrer und Mitarbeiter. Darüber hinaus unterstützen wir damit kleinere Speditionen dabei, die Anforderungen des Mobilitätspakets zu erfüllen, sagt Siegfried Hegelmann, Gesellschafter der Hegelmann Gruppe.

Neben eigenen Büroflächen stehen auf dem riesigen Areal rund 60 zusätzliche Büros für externe Unternehmen zur Verfügung. Ebenfalls zum erweiterten Stützpunkt gehört ein Hotel mit über 750 Betten. Dort können Fahrer, die von europäischen Strecken zurückkehren, ihre obligatorische Ruhezeit verbringen.

Das Vorhaben ist eine Reaktion zugleich auf die gestiegenen Anforderungen durch neue EU-Vorschriften und dem Mobilitätspaket, wie das Unternehmen behauptet.

Ismail Ertug, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Oberpfalz und Niederbayern, bezweifelt das aber und sieht in dem Projekt eher ein Umgehungsversuch der Vorschriften.

Solche und ähnliche Pervertierungen der eigentlichen Intention der neuen Lenk- und Ruhezeiten-Verordnung habe ich befürchtet, wird er von dem Branchenportal dvz herbeizitiert.

Diese Vorwürfe weist der Geschäftsführer der polnischen Niederlassung der Hegelmann Gruppe, Fedir Yurkevych,  zurück und betont vehement,  dass das Unternehmen mit dem Bau des Hubs bessere Arbeitsbedingungen für LKW-Fahrer und Servicemöglichkeiten für LKW schaffen will.

Die Investition in Żarska Wieś ist ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung – sie ermöglicht die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze. Was wichtig ist, wir handeln im Einklang mit dem polnischen und europäischen Recht, sagte Yurkevych Trans.INFO gegenüber.

 

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