In der Europäischen Union gingen die Neuzulassungen von LKW (mittlere und schwere LKW über 3,5 Tonnen) im Jahresvergleich um 6,2 % auf 307.460 Einheiten zurück. Verantwortlich dafür waren laut ACEA (European Automobile Manufacturers’ Association) ein Rückgang bei schweren Lkw (16 Tonnen und mehr) um 5,4 % sowie ein Minus von 9,9 % bei mittelschweren LKW (3,5–16 Tonnen). Deutschland, Frankreich und Spanien verzeichneten jeweils Rückgänge, wobei Deutschland unter den großen Märkten den stärksten Einbruch meldete.
Hinter den Zahlen steckt ein Wandel im Zyklus. Nach den Rückstandsjahren infolge des pandemiebedingten Angebotsschocks wirkte 2025 eher wie ein normaler Ersatzbeschaffungsmarkt. Als sich die Auftragsbücher normalisierten, konnten sich die Hersteller nicht mehr allein auf den Auftragsstau verlassen, um Werke und Händlerhöfe auszulasten. Die Reaktion war vorhersehbar: strengere Kostenkontrolle, strafferes Bestandsmanagement und ein stärkerer Fokus auf die Stabilisierung der Preise.
Was große Hersteller für 2025 berichteten
| Hersteller | GJ 2025 Nettoumsatz / Erlöse (gemeldet) | GJ 2025 Nettoumsatz / Erlöse (EUR, umgerechnet) | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Volvo Group | SEK 479.2bn | €43.7bn | Umrechnung anhand des EZB-Durchschnittskurses 2025 SEK/EUR |
| PACCAR | $28.44bn | €24.8bn | Umrechnung anhand des EZB-Durchschnittskurses 2025 USD/EUR |
| Iveco Group | €13.428bn
20260212_PR_IVG_FYQ4_2025 |
€13.4bn | Bereits in EUR gemeldet |
| TRATON Group | — | — | GJ-Erlöse nicht im Update zu den Stückzahlen enthalten |
| Daimler Truck | — | — | GJ-Erlöse nicht im Update zu den Stückzahlen enthalten |
Volvo Group: geringere Umsätze, aber weiterhin zweistellige Marge
Volvo Group meldete für das Gesamtjahr 2025 Nettoumsätze von 479,2 Mrd. SEK, nach 526,8 Mrd. SEK im Vorjahr, während das bereinigte Betriebsergebnis auf 51,2 Mrd. SEK sank (von 65,7 Mrd. SEK). Die bereinigte operative Marge lag bei 10,7 % (12,5 % im Jahr 2024).
PACCAR: 28,44 Mrd. US-Dollar Umsatz und 2,38 Mrd. US-Dollar Nettogewinn
PACCAR meldete Jahreserlöse 2025 von 28,44 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von 2,38 Mrd. US-Dollar (mit einem bereinigten Nettogewinn von 2,64 Mrd. US-Dollar). Zudem teilte das Unternehmen mit, es habe 2025 weltweit 144.200 Fahrzeuge ausgeliefert.
Das Unternehmen wies darauf hin, dass der Nettogewinn 2025 eine nach Steuern erfasste, einmalige Belastung im Zusammenhang mit zivilrechtlichen Verfahren in Europa enthielt.
Iveco Group: Erlöse rückläufig, 4,8 % bereinigte EBIT-Marge
Iveco Group meldete für 2025 konsolidierte Erlöse von 13.428 Mio. € (nach 14.417 Mio. € im Jahr 2024). Für das Jahr wurde eine konsolidierte bereinigte EBIT-Marge von 4,8 % ausgewiesen. Zudem meldete das Unternehmen einen Free Cashflow aus industriellen Aktivitäten von -109 Mio. € (gegenüber +240 Mio. € im Jahr 2024). (Die Mitteilung von Iveco enthält weitere Details nach Geschäftsbereich und Region.)
TRATON: 305.500 Fahrzeuge verkauft, vollständige Finanzzahlen am 4. März fällig
TRATON meldete vorläufige Stückzahlen für das GJ 2025 von 305.500 Fahrzeugen, nach 334.200 im Jahr 2024. Zudem wurden Absatzahlen auf Markenebene veröffentlicht:
- MAN Truck & Bus: 101.600
- Scania Vehicles & Services: 94.100
- International Motors: 63.700
- Volkswagen Truck & Bus: 46.200
TRATON teilte außerdem mit, dass die Stückzahlen Elektro-LKW um 86 % auf 3.230 Fahrzeuge im Jahr 2025 gestiegen seien. Die vollständigen Jahresergebnisse werden für den 4. März 2026 erwartet, weshalb Kennzahlen zu Umsatz und Gewinn in diesem Update zu den Stückzahlen noch nicht enthalten waren.
Daimler Truck: 422.510 Fahrzeuge verkauft, Jahresergebnis am 12. März fällig
Daimler Truck meldete Stückzahlen für das GJ 2025 von 422.510 Fahrzeugen (nach 460.409 im Jahr 2024). Zudem wurden Segmentabsätze genannt, darunter:
- Mercedes-Benz Trucks: 159.871
- Trucks North America: 141.814
- Trucks Asia: 107.055
- Daimler Buses: 26.991
Dieselverkäufe gingen zurück, aber die Rangfolge der Antriebe blieb unverändert
Diesel blieb 2025 das Rückgrat des europäischen Lkw-Marktes. In den kombinierten Segmenten für mittlere und schwere Nutzfahrzeuge in der EU entfielen auf Diesel 93,2 % der Neuzulassungen, obwohl die Diesel-Stückzahlen im Jahresvergleich um 8 % zurückgingen. Anders gesagt: Flotten kauften weniger Lkw, aber sie kauften weiterhin ganz überwiegend Diesel.
Das spricht eher für eine zyklische Abschwächung als für einen antriebsseitig ausgelösten Umbruch. Verschobene Ersatzbeschaffungen, Kostendruck und Vorsicht spielten eine größere Rolle als eine plötzliche Abkehr vom Verbrennungsmotor.
Der Absatz von Elektro-LKW stieg schnell, aber von einem niedrigen Niveau aus
Elektrisch aufladbare LKW (batterieelektrisch und Plug-in-Hybrid) über 3,5 Tonnen erhöhten ihren EU-Marktanteil 2025 auf 4,2 %, nach 2,3 % im Vorjahr. Das ist ein klarer Anstieg, doch insgesamt bleibt der Markt diesel-dominiert. Der Übergang ist im Gange, ist in absoluten Zahlen aber noch zu klein, um den Markt aus eigener Kraft grundlegend zu verändern.
Das Wachstum bei Elektrofahrzeugen war 2025 nicht gleichmäßig über Europa verteilt. Die stärksten Zuwächse wurden verzeichnet in:
- den Niederlanden (Neuzulassungen elektrisch aufladbarer LKW um 205,4 % gestiegen – trotz eines starken Rückgangs der gesamten LKW-Neuzulassungen),
- Deutschland (plus 39,6 %),
- Frankreich (plus 30,5 %).
Zusammen machten diese drei Länder rund zwei Drittel des EU-Markts für elektrisch aufladbare LKW aus.
Praktisch bedeutet das für Betreiber: Das Tempo des Wandels wird dort gesetzt, wo drei Faktoren zusammenkommen: politische Unterstützung, Netz- und Depotladeprojekte sowie große Flotten, die Fahrzeuge in größerem Maßstab einsetzen können. Anderswo schreitet die Einführung langsamer voran und bleibt stärker abhängig von Routenprofilen, Anforderungen an die Nutzlast und dem Zugang zu Ladeinfrastruktur.
Welcher Hersteller verkaufte die meisten schweren LKW in Europa?
Im Segment der schweren Nutzfahrzeuge sticht eine Aussage hervor, weil sie auf Zulassungen basiert und damit marktübergreifend vergleichbar ist.
Volvo Trucks erklärt, 2025 in Europa Marktführer bei schweren LKW (16 Tonnen und mehr) gewesen zu sein, mit einem Anteil von 19,0 % in der EU30 (EU plus Vereinigtes Königreich, Norwegen und Schweiz).
Volvo nannte zudem als stärkste Zulassungsmärkte für schwere LKW das Vereinigte Königreich, Frankreich, Polen, Deutschland, Litauen und Spanien.
Was die größten Märkte über Diesel versus Elektro zeigen
Selbst in den Ländern, in denen die Elektro-Zulassungen wachsen, bleibt Diesel der volumenstarke Antrieb. Das Muster wird jedoch klarer:
- Deutschland und Frankreich kombinierten große Gesamtmärkte mit einem spürbaren Wachstum bei den Zulassungen elektrisch aufladbarer Fahrzeuge.
- Die Niederlande verzeichneten die deutlichste Wachstumsrate bei Elektrofahrzeugen, erlebten jedoch zugleich einen starken Rückgang bei den gesamten LKW-Neuzulassungen – ein Hinweis darauf, dass kleinere Märkte in Abschwungphasen volatiler sein können.
- Polen und Spanien blieben volumenstarke Märkte für schwere LKW, doch das Wachstum bei Elektrofahrzeugen wurde 2025 im EU-weiten Gesamtbild nicht in gleicher Weise als zentraler Treiber hervorgehoben wie in den Niederlanden, Deutschland und Frankreich.











