Digitale Technologien und Know-how sind in der heutigen Arbeits- und Wirtschaftswelt entscheidend für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Um den Mittelstand dabei zu unterstützen, sich an die zunehmenden digitalen Anforderungen anzupassen und die wirtschaftlichen Potenziale der Digitalisierung zu nutzen, stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) für kleine und mittlere Unternehmen Fördergelder bereit.

Mindestens die Hälfte aller Unternehmen in der Speditions- und Logistikbranche ist mittlerweile digital aufgerüstet, und so gilt dies als der aktuelle Stand der Technik. Die im Organisationsgestaltungskonzept “Industrie 4.0” gründende allgemeine Beschleunigung der Digitalisierung in der Industriebranche wirkt sich zwangsläufig auch auf Transportunternehmen aus. Daraus hat sich analog das Konzept für die Logistik- und Speditionsbranche “Logistik 4.0” entwickelt.336

So sind auch Transportunternehmen und Speditionen gezwungen, die Digitalisierung im Betrieb voranzutreiben, um nicht mittelfristig von ihren Auftraggebern in der digitalen Planung ausgeschlossen zu werden. Denn das neue Ziel zeichnet sich deutlich ab: Die gesamte Industrie soll über den ganzen Wertschöpfungsprozess hinweg eine Einheit bilden – von der digitalisierten Herstellung bis zur digitalen Logistik. Das bedeutet, dass sogar die beauftragte Spedition im IT-Netzwerk angebunden sein soll. Damit bleibt auch den mittelständischen Transport- und Speditionsunternehmen keine andere Wahl, als beim allgegenwärtigen Digitalisierungsprozess mitzuziehen, um den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden und insgesamt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Wer auf Digitalisierung und Cloud-Technologie setzt, erhält vom Staat Zuschüsse. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat seit September dieses Jahres ein neues Programm zur Förderung speziell für kleine und mittelständische Unternehmen lanciert. Denn nicht zuletzt die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen deutlich, dass Betrieben ohne eine fundierte Digitalisierungsstrategie die Zukunftsperspektiven schwinden. Den Bedarf für eine digitale Transformation haben die aktuellen Einschränkungen überdies noch verstärkt, indem die Umstellung auf Homeoffice-Arbeitsplätze und Vereinbarkeit von Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln mit der Arbeit vor Ort gezwungenermaßen im Vordergrund stehen.

Förderprogramm „Digital Jetzt”

Schwerpunkt des speziellen Förderprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums bildet die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU), wenn diese in neue digitale Technologien und die damit einhergehende Weiterbildung der Mitarbeiter investieren. Das Programm “Digital Jetzt” sieht Förderungen für KMU aller Branchen vor, die mindestens 3 bis höchstens 499 Angestellte beschäftigen. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art von Digitalisierungsvorhaben es sich dabei handelt, es werden beispielsweise Anschaffungen von Softwarelösungen, Hardware für neue Netzwerke, oder notwendige Investitionen zur entsprechenden Qualifizierung des Personals unterstützt.

Als Teil von Wertschöpfungsketten und –netzwerken können Transportunternehmen bis zu 100.000 Euro Förderung in Anspruch nehmen. Im Antragsformular muss deklariert werden, wofür das Geld eingesetzt werden soll. Als Voraussetzungen für eine Förderung muss das Unternehmen anhand der Beantwortung eines Fragenkatalogs seinen Digitalisierungsplan beschreiben. Bei Antragstellung bzw. zum Zeitpunkt der Förderungsbewilligung darf das Projekt noch nicht begonnen haben, muss dann aber innerhalb eines Jahres umgesetzt werden. Eine weitere Voraussetzung für den Erhalt von Fördergeldern ist, dass der Sitz der Unternehmensniederlassung oder -Betriebsstätte, in welcher die Investition erfolgt und nachgewiesen werden kann, sich in Deutschland befindet. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind und ein nachvollziehbarer Verwendungsnachweis der Fördermittel vorliegt, müssen die Fördergelder nicht zurückbezahlt werden.

Wegen der Vielzahl der Anträge sind die Fördermittel für das Jahr 2020 zwar bereits ausgeschöpft, jedoch wird aufgrund der großen Nachfrage für das Förderprogramm “Digital Jetzt” das Antrags- und Registrierungsverfahren angepasst und ab 1. Dezember 2020 wieder geöffnet. Somit können für das bereits seit September 2020 laufende Programm noch bis Ende 2023 neue Anträge gestellt werden.

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