Die von der Technology Asset Protections Association (TAPA) erfassten Verluste in Lieferketten aufgrund von Diebstahl beliefen sich im Jahr 2020 auf über 172 Millionen Euro. Dies ist die Bilanz, die aus dem neuestes Bericht der Organisation über die EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) hervorgeht.

Wie TAPA anmerkt, belaufen sich die insgesamt verzeichneten Verluste in den Jahren 2019-2020 auf 310 Millionen Euro. Die Verluste des letzten Jahres waren jedoch um fast 25 Prozent höher als 2019.

Der Bericht erfasst nur die der Organisation gemeldeten Vorfälle, so dass die tatsächlichen Verluste höher sein können. Darüber hinaus wurden in die Analysen diejenigen Berichte einbezogen, die geschätzte Verluste lieferten. Diese Vorfälle machten 65 Prozent aller von TAPA erfassten Vorfälle aus.

Im Pandemiejahr 2020, als in den meisten Ländern der Studienregion Lockdowns und Einschränkungen der Bevölkerungsbewegung verhängt wurden, verzeichnete TAPA immer noch 6463 Frachtdiebstähle. Der durchschnittliche Tagesverlust lag bei bis zu 471 Tausend Euro. Und obwohl im Jahr 2019 die Zahl der Diebstähle höher war (mehr als 8,5 Tausend wurden registriert), war der durchschnittliche Tagesverlust viel niedriger – bei 378 Tausend Euro.

Historische Verbrecheraktivität

Im Jahr 2020 ereigneten sich sogar 74,6 Prozent der von TAPA registrierten Raubüberfälle in Großbritannien und Deutschland (jeweils 3100 bzw. 1727). Mehr als 100 erfasste Vorfälle gab es in sechs weiteren Ländern: Russland, den Niederlanden, Spanien, Italien, Südafrika und Dänemark.

„Während einige Bereiche der kriminellen Aktivität aufgrund von Lockdowns auf Schwierigkeiten stießen, brachte das Jahr 2020 die zweithöchste Anzahl von gemeldeten Diebstahlvorfällen in der 24-jährigen Geschichte von TAPA. Ich vermute, dass, wenn wir in der Lage wären, ein ähnliches Niveau des Datenaustauschs wie in 2019 beizubehalten, das Jahr 2020 einen neuen Rekord für Verbrechen gegen Fracht in der EMEA-Region bringen würde” – so Thorsten Neumann, Geschäftsführer von TAPA EMEA.

Pandemie-bedingte Faktoren haben den Anstieg der kriminellen Aktivität angekurbelt, betont die Organisation in ihrem Bericht. Zum einen gab es im Frühjahr 2020 in vielen Geschäften einen Mangel an bestimmten Waren des täglichen Bedarfs. Zum anderen gabe es einen Mangel und eine große Nachfrage nach Personenschutzprodukten. Gleichzeitig führten die Wirtschaftskrise und die Verschlechterung der finanziellen Situation vieler Haushalte dazu, dass viele Menschen nach „Preisschnäppchen” gesucht haben.

Aus Sattelaufliegern verschwanden am häufigsten Lebensmittel

Wenn es um die Kategorien der gestohlenen Ladungen geht, standen Lebensmittel und Getränke (536 Fälle) und Tabakwaren (403) an der Spitze der Liste. Auf dem „Siegerpodest” standen auch gestohlene Lkw und Sattelauflieger – 282 Fälle. Weitere Plätze in der unbeliebten Kategorie belegten: Möbel und Haushaltswaren, Kleidung und Schuhe, Kosmetika und Hygieneartikel, Werkzeuge und Baumaterialien, Metalle, Computer und Laptops sowie Arzneimittel.

Der größte verzeichnete Raubüberfall des vergangenen Jahres war der Überfall auf einen Geldtransporter in Lyon, Frankreich, im August. Damals wurden 9 Millionen Euro gestohlen. Ein weiterer Fall war der Diebstahl von 2 Millionen chirurgischen Masken aus einem Lagerhaus in der Nähe von Santiago de Compostela im April 2020. Die Verluste überstiegen damals 5 Millionen Euro. Insgesamt gab es im Jahr 2020 19 Vorfälle, bei denen der Schaden 1 Million Euro überstieg.

Mehr als 56 Prozent der von TAPA in der EMEA-Region erfassten Vorfälle betrafen Diebstahl direkt aus Fahrzeugen (3644 Fälle). Nur 212 Diebstähle wurden aus Lagern und Gebäuden begangen. TAPA betont, dass Fahrzeuge meistens auf unbewachten Parkplätzen, Straßenrandbuchten, Autobahnspuren, aber auch auf Freiflächen in Industriegebieten überfallen wurden.

Mehr als die Hälfte der im Jahr 2020 in Europa registrierten Diebstähle ereigneten sich auf unbewachten Parkplätzen.

Gewaltsamer Diebstahl wurde in 232 Fällen registriert. Das gefährlichste Land für Arbeiter in der Lieferkette war Südafrika, aber die TAPA-Statistiken zeigen, dass sich die Fahrer auch in Großbritannien, Spanien und Frankreich nicht sicher fühlen konnten.

Foto: Pixabay/Republica

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