Ab dem 15. Juni müssen alle neuen LKW, die innerhalb der EU unterwegs sind, mit neuen intelligenten Fahrtenschreibern ausgestattet sein. Für die Unternehmen bedeutet dies eine nahezu Verdoppelung einiger Kosten und viele neue Pflichten.

Anfänglich gelten intelligente Fahrtenschreiber nur für neue LKW, d. h. für solche, die nach dem 15. Juni zugelassen werden. Was nicht wenig ist, denn es kann sich jeden Monat um mehr als 2.000 Fahrzeuge handeln. Beispielsweise wurden im Juni 2018 2613 neue LKW mit einem zGG über 3,5 Tonnen zugelassen.

Ab 2025 werden diese Verpflichtungen für alle LKW-Besitzer gelten.

Schwere Strafen

Die neuen Anforderungen sind nicht zu unterschätzen. Der Mangel an vorgeschriebener Ausrüstung ist nicht nur mit einer Geldstrafe verbunden – im Vereinigten Königreich kann die das Fehlen eines Fahrtenschreibers mit einer Geldstrafe von bis zu 5000 Pfund geahndet werden. In Deutschland kann ein Bußgeld für den Fahrer in Höhe von 150 EUR und für das Unternehmen in Höhe von 300 Euro verhängt werden. In Polen sind es sogar  10.000 Zloty (ca. 2300 Euro) für das Unternehmen und 2.000 Zloty (ca. 460 Euro) für den Transportmanager.

Aus diesem Grund ist es für Spediteure so wichtig, sicherzustellen, dass die neuen LKW, die nach der oben genannten Deadline gekauft wurden über die erforderliche Ausrüstung verfügen.

150-200 Euro: nur ein winziger Bruchteil?

Über welche Kosten sprechen wir? Experten schätzen, dass es sich um 150-200 Euro handelt. Die Fahrtenschreiber werden aufgrund zusätzlicher Elemente, wie z. B. einer DSRC-Antenne, teurer ausfallen. Inwieweit sich diese Kosten auf Unternehmen auswirken, hängt in erster Linie davon ab, ob sie das Gerät selbst für ein neues Fahrzeug kaufen müssen.

Eine Verdoppelung der Preise

Der Kauf eines intelligenten Fahrtenschreibers ist jedoch nicht alles.  Denn mit dem Kauf des Gerätes sind auch zusätzliche Kosten verbunden. Das Zertifikat ist 15 Jahre gültig, danach muss es ausgetauscht werden. Hinzu kommt das Problem der Kalibrierung des Fahrtenschreibers, die spätestens alle zwei Jahre erfolgen muss.

So vermeiden Sie unnötigen Stress und unnötige Verwirrung

Die Erfassung und Analyse der von den Fahrtenschreibern erfassten Daten kann auch mit zusätzlichen Kosten verbunden sein.

Wenn Sie ein Fahrzeug mit einem integrierten intelligenten Fahrtenschreiber kaufen, müssen Sie das Datenerfassungsgerät ersetzen oder aktualisieren. Dies ist ein zentrales Thema besonders für Transportunternehmen  oder für Unternehmen, die sich mit der Abrechnung der Arbeitszeiten von Fahrern befassen. Es lohnt sich daher für den Frachtführer sicherzustellen, dass der Auftragnehmer davon Kenntnis hat und die eventuell anfallenden Mehrkosten nicht an ihn weitergegeben werden.

Brexit-bedingte Schwierigkeiten

Aber diese Kosten sind nicht alles.  Vor einigen Monaten warnten die Medien, dass beispielsweise in den ersten Wochen nach der Einführung der neuen Tachos  Kalibrierungsprobleme auftreten könnten, da möglicherweise nicht genügend Werkstattkarten vorhanden sein werden.  Und im Gegensatz zu Fahrer- oder Firmenkarten müssen diese ausgetauscht werden.Eine unzureichende Anzahl neuer Werkstattkarten würde eine Folge des Brexit sein – es stellte sich nämlich heraus, dass eine der drei Stellen, die diese Karten zertifizieren und in Großbritannien ansässig war, ihre Tätigkeit einstellte. Informationen dazu wurden im März veröffentlicht.

Fällt der intelligente Fahrtenschreiber außerhalb der EU aus, könnte es Probleme geben

Schon innerhalb der EU ist es kompliziert genug, aber außerhalb der EU wird es noch komplizierter. Da die alten Werkstattkarten nicht in die neuen Geräte passen, kann es vorkommen, dass Spediteure Probleme haben werden, den Fahrtenschreiber zu reparieren oder zu kalibrieren, wenn etwas in einem Nicht-EU-Staat. Dies ist vorerst eine der ungelösten Fragen.

Es lohnt sich auch für Spediteure, die Fahrer über ihre Pflichten zu informieren, wenn der Fahrtenschreiber ausfällt. Es ist sicherlich die Pflicht des Betreibers und des Fahrers, den Tacho sofort zu reparieren, aber unter besonderen Umständen erlaubt die bestehende Gesetzgebung dem Fahrer, Notizen manuell auszufüllen / auszudrucken / zu machen, um die Arbeitszeit zu dokumentieren. Dies ist unbedingt erforderlich, wenn wir nicht unter anderem gegen die Arbeitszeit der Fahrer verstoßen wollen , betonen Experten.

Trotzdem gibt es auch Vorteile

Herausforderungen und Kosten sind das eine, das andere die Vorteile. Und nicht nur der Gesetzgeber spricht über sie, auch Experten weisen darauf hin, dass intelligente Fahrtenschreiber, wie der Name schon sagt, die Geschäftsabläufe erheblich erleichtern können. Alles in allem sollte ja betont werden, dass intelligente Fahrtenschreiber entwickelt wurden, um die Kontrolle über die Arbeitszeit von LKW-Fahrern zu verbessern. Dies ist jedoch nur der Anfang.Es wurden bereits weitere Vorschläge unterbreitet, um nicht nur eine neuere, weiterentwickelte Version des intelligenten Fahrtenschreibers  einzuführen, sondern auch die Liste der Fahrzeuge zu erweitern, in denen diese Geräte vorgeschrieben wären.

Foto: Trans.INFO

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