Das amerikanische Startup Nikola teilte am vergangenen Freitag mit, es werde das Unternehmen Hindenburg Research verklagen, das den Fahrzeughersteller in seinem „virulenten Bericht” als Betrüger bezeichnete. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Hindenburg Research, ein Unternehmen, das von fallenden Aktienkursen profitiert, beschuldigte Nikolas Gründer Trevor Milton des Nepotismus und teilte mit, es habe genügend Beweise gesammelt, um nachzuweisen, dass Milton falsche Aussagen gemacht habe, um eine Partnerschaft mit einem großen Autohersteller einzugehen, berichtet Reuters.

Es handelt sich um den Riesen General Motors, der letzte Woche angekündigt hat, 11 Prozent der Anteile an Nikola zu übernehmen. Die Unternehmen sollen ihre Kräfte bündeln, um elektrische Badger-Pickups und kommerzielle Brennstoffzellen-LKWs herzustellen. 

Nach Angaben von Hindenburg Research habe Nikola jedoch keine funktionierenden Prototypen erstellt. Überdies sollte das Start-up über keine eigene Technologie verfügen.  Angezweifelt wurde auch die Aufzeichnung eines sich bewegenden Prototyps, indem dem Start-up vorgeworfen wird, es habe das Fahrzeug auf die Spitze einer Anhöhe geschleppt und dann einfach hinabrollen lassen. 

Es sieht so aus, dass Nikola zu der Partnerschaft nur mit dem Konzeptdesign, dem Markennamen und bis zu 700 Millionen US-Dollar, die General Motors für die Herstellungskosten zahlen wird, beiträgt, berichtete Hindenburg Research.

Darüber hinaus ernannte Milton, dem Bericht zufolge, seinen Bruder Travis zum Leiter der Abteilung für Wasserstoffproduktion und -infrastruktur, obwohl er keine nennenswerte Erfahrung in diesem Sektor hat (zuvor war er als selbständiger Subunternehmer für kleine Bauarbeiten in Hawaii tätig).

Das Unternehmen stellte Nikola 53 Fragen, aber das Start-up beantwortete keine davon. Trotzdem nannte der Hersteller den Bericht von Hindenburg Research als unzuverlässig und kündigte eine Klage an, in der das Unternehmen beschuldigt wurde, einen fallenden Aktienkurs verursacht zu haben, um davon zu profitieren. 

Nathan Anderson, der Gründer von Hindenburg, begrüßte die Nachricht über Klage von Nikola. Dabei sollte auch erwähnt werden, dass der Bericht von Hindenburg Research unter anderem auch von den Firmen Muddy Waters und Citron Research, die sich mit der Offenlegung von Fehlverhalten in Unternehmen befassen, befürwortet wird. 

Foto: Nikola Motor Company

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