In der deutschen Wirtschaft wächst die Kluft zwischen Industrie und Servicesektor. Während der Servicesektor unter der Corona-Pandemie leidet,  boomt der Industriesektor dank dem starken Exportneugeschäft.

Der IHS Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion legte binnen Monatsfrist zwar um 0,5 Punkte auf 51,3 zu und notiert damit tiefer als in allen anderen Monaten seit Beginn des Aufschwungs im letzten Juli. Zurückzuführen war der leichte Indexanstieg auf das beschleunigte Produktionswachstum in der Industrie, das – nach der leichten Abschwächung auf ein Fünf-Monatstief im Januar – so stark ausfiel wie seit letztem November nicht mehr.

Die Dienstleister hingegen verzeichneten im Februar die höchsten Geschäftseinbußen seit Mai 2020. Der fünfte Auftragsrückgang im Servicesektor in Folge fiel diesmal stärker aus als in den vier Vormonaten, was auf die Verschiebung von Aufträgen sowie die verordneten Geschäftsschließungen und Reisebeschränkungen zurückführen war. Der Industriesektor boomt hingegen weiter dank dem starken Exportneugeschäft.

Die Verkaufs- bzw. Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen wurden im Berichtsmonat so stark angehoben wie zuletzt im August 2019.

Stimmung in den Chefetagen bessert sich

Ebenfalls der ifo Geschäftsklimaindex ist im Februar auf 92,4 Punkte gestiegen, nach 90,3 Punkten im Vormonat. Die Manager schätzten die aktuelle Geschäftslage wieder positiver ein.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index merklich gestiegen und das in allen wichtigen Industriezweigen.  Ein höherer Wert war zuletzt im November 2018 zu beobachten. Auch bei den Dienstleistern nahm der Pessimismus bei den Geschäftserwartungen ab. Nichtsdestotrotz blieb die Lage für das Gastgewerbe schwierig. Dafür zeigte sich aber in der Tourismusbranche wieder vorsichtiger Optimismus mit Blick auf die Urlaubssaison.

Im Bauhauptgewerbe wurde die Lage etwas schlechter beurteilt. Dies war aber vor allem auf das außergewöhnlich kalte Wetter zurückzuführen.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindex etwas gestiegen. Die aktuelle Lage hingegen wurde von den Händlern aber weiterhin schlechter eingeschätzt, da die Umsätze aufgrund des Lockdowns eingebrochen sind.

Foto: IHS Markit

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