Der Landesverband Bayerischer Spediteure hat sich kritisch zu den neuen StVO-Regeln geäußert und sieht dringenden Nachbesserungsbedarf bei Park- und Haltezonen für den Lieferverkehr.

Die  StVO-Novelle ist am 28. April in Kraft getreten. Doch nicht von allen wurde diese mit Enthusiasmus aufgenommen.„Nicht jede Ordnung führt zu aufgeräumten Zustände”, kommentierte der LBS die neuen Vorschriften. Als besonders problematisch sieht der Verband den Umgang mit innerstädtischen Park- und Haltezonen.

Es ist ja erfreulich, wenn die neue, erstrebenswerte Vielfalt der City-Logistik ihren Ausdruck in einem eigenen, neuen Verkehrszeichen für Lastenräder findet. Damit lösen sich aber nicht die Konflikte, denen LKW und Transporter bei der Anlieferung und Abholung von Waren ausgesetzt sind, schildert LBS-Geschäftsführerin Sabine Lehmann das Problem.

Für das Halten auf den ausgewiesenen Fahrradspuren gelten seit Ende April nämlich drastische Strafen.

Gerade in Innenstädten wie München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg oder Würzburg besteht schon lange ein Zielkonflikt zwischen der Parkraumbewirtschaftung und den nötigen Haltebuchten für den Lieferverkehr, so Lehmann.

Hinzu kommt, dass aufgrund der Corona-Krise viel mehr private Fahrzeuge tagsüber zuhause parken, was die die Parkmöglichkeiten für den Lieferverkehr deutlich reduziert. Und das gerade zu einem Zeitpunkt, wo das Liefervolumen und die Lieferfrequenzen höher sind als sonst.

Dass Fahrzeuge in zweiter Reihe mit eingeschaltetem Warnblinker anhalten müssen, hat nichts mit der Bequemlichkeit der Fahrer zu tu. Es fehlt einfach vorne und hinten an angemessenen Stellflächen für die Zeit des Be- und Entladens, betont Lehmann.

Der LBS fordert daher dringenden Handlungsbedarf seitens des Bundes in Form einer Aussetzung der StVO-Sanktionen gegen den Lieferverkehr solange bis für diesen ausreichend legaler Halteraum zur Verfügung stehen wird.

Foto:Renault Trucks

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