Kilometerlange Staus in britischen Häfen, zudem drohen noch Bußgelder

Der seit mehreren Tagen anhaltende LKW-Stau in den britischen Häfen Dover und Folkestone soll nach Medienberichten noch bis Montag andauern. Grund sei nicht nur der umstrittene Fall des Fährbetreibers P&O Ferries, der vor fast drei Wochen 800 Beschäftigte entlassen hat, sondern vor allem der Ausfall des GVMS-System (Goods Vehicle Movement Service Systems).

Kilometerlange Staus in britischen Häfen, zudem drohen noch Bußgelder
Foto:BIFA/Twitter/Highways England - Foto vom 07.04.2022 - 12:53

Seit Jahresbeginn müssen alle Waren, die über Häfen zwischen der EU und Großbritannien befördert werden, vorab im GVMS-System (Goods Vehicle Movement Service) registriert werden. Das GVMS-System der britischen Regierung wird noch bis Montagmittag außer Betrieb bleiben.

Aufgrund des System-Ausfalls wurde ein Notfallplan aufgestellt.

Wenn Sie keine Warenbewegungsreferenz (GMR) haben, können Sie jetzt mit alternativen Dokumenten fortfahren, z. B. dem Versandbegleitdokument (TAD), der Warenbewegungsreferenznummer (MRN), der Eingangsreferenznummer (ERN) oder der eindeutigen Sendungsreferenz (DUCR)”, erklärt der Verband Road Haulage Association.

In und um Dover und Folkestone haben sich heute wieder lange LKW-Warteschlangen gebildet, weil der Fracht- und Fährverkehr in den letzten Tagen immer wieder unterbrochen wurde. Erneut wurde die Maßnahme „Operation Brock” eingeführt, die zu kilometerlangem LKW-Stau auf der Autobahn M20 führte. Hierbei handelt es sich um eine Reihe von Maßnahmen, die eingeführt werden. Drei Anschlussstellen der M20 auf dem gesamten Abschnitt in Richtung Küste bis zur Anschlussstelle 11 wurden gesperrt. Es wird ein Pendelverkehr eingerichtet, auf einem Abschnitt von etwa 37 Kilometern. Darüber hinaus ist der A20 Roundhill Tunnel ebenfalls in östlicher Richtung zwischen der M20 J13 und der A260 gesperrt.

Bei Abkürzungen drohen Bußgelder

Trotz der massiven Verkehrsbehinderungen für LKW-Fahrer auf den Zufahrtsstraßen zu den britischen Häfen warnen die britischen Behörden, dass knapp 360 Euro Bußgeld gegen diejenigen verhängt werden, die alternative Routen über lokale Straßen suchen.

Hinzu kommt, dass die Fahrer, die im Stau stehen bei der Einreise in die EU die Vorschriften über die Lenk- und Ruhezeiten nicht einhalten können, weil sie auf der Insel viele Ausfallstunden verbracht haben.

Eine wichtige Nachricht ist unter anderem auch die vorübergehende Aussetzung der Fähren zwischen Calais und Dover, die von DFDS bedient wurde. Zwischen dem 8. und 10. April werden LKW-Fahrer diese Verbindung nicht nutzen können.

Unterschiedlichen Wartezeiten führen zu Diskussionen im Internet

Auf dem Weg zum Hafen von Dover gibt es erheblich mehr Verkehrsbehinderungen als im Hafen von Calais, obwohl auch Calais mit Verkehrsproblemen kämpft, vor allem am Eingang des Eurotunnels. Die unterschiedlichen Wartezeiten auf den verschiedenen Seiten des Ärmelkanals eine Debatte über die Zollkontrollen ausgelöst. Deutlich strengere Kontrollen von britischen Waren sauf dem Weg in die EU sollen der Grund hierfür sein.

Zusammenarbeit: Gregor Gowans, Agnieszka-Kulikowska-Wielgus

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