9 von 10 Logistikunternehmen erwarten, dass ihre Umsätze in den nächsten 12 Monaten mindestens so gut sein werden wie bisher – so der Bericht „Confidence Index 2021” von CBRE. Und dies trotz des mangelnden Optimismus in Bezug auf eine Verbesserung der Geschäftslage.

Die Umfrage unter Mietern aus der Logistik- und Supply-Chain-Industrie zeigt deutlich, dass Logistiker optimistischer sind als Unternehmen aus dem Bereich Handel und Produktion. In der letztgenannten Gruppe erwarten etwa 60 % der Unternehmen eine Verbesserung des Umsatzes oder die Beibehaltung des Status quo.

Die Logistik gehört zu den Marktsektoren, die durch die Pandemie nicht nur nicht verloren, sondern sogar gewonnen haben. Daher sind die Logistiker zuversichtlicher, was die Marktsituation angeht, und ihr Optimismus liegt trotz der Herausforderungen, die mit der globalen Situation verbunden sind, auf einem ähnlichen Niveau wie vor einem Jahr. Es ist jedoch zu erkennen, dass die Unternehmer hoffen, dass die nächsten Monate besser werden. Sie erwarten vor allem ein Umsatzwachstum. Sie rechnen damit viel mehr als mit der Verbesserung der Geschäftsbedingungen”, kommentiert Agata Czarnecka, Leiterin in der Forschungs- und Analyseabteilung von CBRE.

Zusätzlich erwartet die Hälfte der Logistikunternehmen höhere Gewinne innerhalb der nächsten 12 Monate. Jeder dritte Unternehmer erwartet einen Rückgang. Auch in dieser Hinsicht sind sie optimistischer als Produzenten und Handelsunternehmen. In diesen Sektoren erwarten 38 % der Unternehmen höhere Gewinne, jedes vierte erwartet einen Rückgang und 37 % erwarten keine Veränderungen.

Pandemie-Krise schreckt Logistiker nicht

Allerdings sehen die Logistiker die aktuelle wirtschaftliche Situation sehr kritisch. Fast 7 von 10 (68 %) Unternehmern geben an, dass die aktuellen Marktbedingungen schwieriger sind als vor 12 Monaten. Dies ist jedoch immer noch weniger als bei den Unternehmen des Handels und des verarbeitenden Gewerbes, von denen sogar 88% bessere Erinnerungen an die Bedingungen von vor einem Jahr haben.

Interessant ist die Wahrnehmung der Auswirkungen der Pandemie auf den Betrieb der Unternehmen. Dies bestätigt die vorherrschende Meinung, dass die Logistikindustrie eine der am wenigsten von der „Koronakrise” betroffenen Industrien ist. Während 64 % der Logistiker eine positive Auswirkung der Pandemie vermerkten, konnten dies nur 29 % der Händler und Hersteller sagen. Was die negativen Auswirkungen von COVID-19 betrifft, so haben 67 % der Hersteller und Einzelhändler diese erlebt und nur 27 % der Logistikunternehmen.

Interessanterweise erwarten die Logistikunternehmen keine Verschlechterung ihrer Finanzlage, obwohl sie die zukünftige Geschäftslage weniger optimistisch einschätzen. Nur 28 % der Logistiker erwarten eine Verbesserung dieser Bedingungen. Die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und des Handels blicken optimistischer in die Zukunft als die Logistiker – 36 % von ihnen glauben, dass die Geschäftslage in den nächsten 12 Monaten günstiger sein wird als jetzt.

Stagnation der Investitionen

Angesichts dieses wenig optimistischen Blicks in die Zukunft ist es nicht verwunderlich, dass die befragten Unternehmen bei Investitionen zurückhaltend sind. Fast die Hälfte (46 %) aller Befragten erwartet Investitionen, im Vergleich zu 74 % in der vorherigen Umfrage. 54 % der Befragten erwarten keine nennenswerten Investitionen.

Die Logistiker sind wieder optimistischer – 60 % werden wahrscheinlich Investitionen tätigen, während nur 32 % der Hersteller und Händler dazu bereit sind.

Kein Personalabbau geplant

Erfreulicherweise planen die befragten Unternehmen trotz schwieriger Zeiten keine Entlassungen. Nur 6 % der Befragten planen, die Beschäftigung zu reduzieren. Für die nächsten 12 Monate planen 53 % aller Befragten keine Veränderungen. Interessanterweise erwarten 41 % von ihnen einen Anstieg der Beschäftigung.

Mehr als die Hälfte der Logistikunternehmen erwartet einen Anstieg der Beschäftigung (62 %) und plant keinen Stellenabbau. Unter den Unternehmen des Handels und des verarbeitenden Gewerbes erwarten 68 % keine Veränderungen bei der Beschäftigung, 20 % einen Anstieg und 12 % einen leichten Rückgang des Personalbestands.

An der Umfrage nahmen 50 Unternehmen teil, von denen die Akteure des Logistiksektors genau die Hälfte ausmachten. Die meisten der befragten Logistikunternehmen wurden als 3PL-Unternehmen eingestuft (64 % der befragten Branchenvertreter). Speditionsunternehmen und Frachtführer machten jeweils 16 % bzw. 12 % der befragten Logistiker aus, die restlichen 8 % entfielen auf Kurierunternehmen.

Foto: Fotolia

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