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Niedrigwasser am Rhein: Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw verlängert

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Der anhaltend niedrige Wasserstand des Rheins setzt die deutsche Transportlogistik zunehmend unter Druck. Nordrhein-Westfalen verlängert deshalb die Aussetzung des Sonntags- und Feiertagsfahrverbots für Lkw. Zugleich sinkt die Kapazität der Binnenschifffahrt. Das erschwert die Kraftstoffversorgung in Westdeutschland und lässt die Dieselpreise zusätzlich steigen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Auf einen Blick:

  • Nordrhein-Westfalen setzt das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für Lkw bis zum 30. September 2026 weiter aus.
  • Auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland verlängern vergleichbare Sonderregelungen bis Ende September.
  • Ein Teil der Fracht wird auf die Straße verlagert. Der Straßengüterverkehr kann die weggefallene Kapazität der Binnenschifffahrt jedoch nicht vollständig ersetzen.
  • Eine gravierende zusätzliche Belastung der Autobahnen ist bislang ausgeblieben.
  • Zusätzliche Fahrzeuge, Fahrer und Schienenkapazitäten bleiben jedoch begrenzt.

Die Verlängerung der Ausnahmen um einen weiteren Monat macht deutlich: Die Folgen der niedrigen Rheinpegel sind kein kurzfristiges Problem. Bereits zuvor hatten 15 der 16 deutschen Bundesländer Sonderregelungen eingeführt, um Transporte zu erleichtern, die unmittelbar oder mittelbar der Bewältigung der Folgen des Niedrigwassers dienen.

Die Transportbranche begrüßt die zusätzliche Planungssicherheit. Branchenverbände weisen jedoch darauf hin, dass mehr rechtlicher Spielraum weder zusätzliche Lkw noch weitere Fahrer schafft.

Ausnahmen vom Lkw-Fahrverbot gelten bis Ende September

Wie die DVZ berichtet, bleibt das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für schwere Nutzfahrzeuge in Nordrhein-Westfalen bis zum 30. September 2026 ausgesetzt. Damit gehört Nordrhein-Westfalen nun zu den Bundesländern, in denen die Sonderregelungen ebenfalls bis Ende September gelten. Dazu zählen auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Zuvor waren bereits 15 der 16 Bundesländer von den besonderen Regelungen erfasst. Sachsen-Anhalt bleibt die einzige Ausnahme; dort gelten weiterhin grundsätzlich die regulären Vorschriften. In dringenden Fällen können Unternehmen allerdings eine Einzelgenehmigung beantragen.

Wer die Ausnahmeregelung in den übrigen Ländern nutzen möchte, muss bei einer Verkehrskontrolle nachweisen können, dass die betreffende Sendung unmittelbar oder mittelbar dazu beiträgt, die Folgen des niedrigen Wasserstands abzufedern. Als Beleg kommen entsprechende Transportdokumente infrage.

Straße und Schiene helfen, ersetzen die Binnenschifffahrt aber nicht

Nach Einschätzung von Vertretern der Logistikbranche hat die Aufhebung des Sonntags- und Feiertagsfahrverbots den Druck durch die eingeschränkte Schifffahrt etwas verringert.

Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer des Verbands Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen, erklärte gegenüber der „Rheinischen Post“, dass durch die Verlagerung auf die Straße in den vergangenen Tagen ein Teil der Einschränkungen aufgefangen werden konnte.

Kösters betonte zugleich, dass der Straßengüterverkehr die derzeit eingeschränkten Kapazitäten der Binnenschifffahrt nicht vollständig ausgleichen könne. Die Verlagerung auf die Straße sei wichtig, löse das Gesamtproblem aber nicht.

Frank Huster, Geschäftsführer des DSLV, machte das Ausmaß der Herausforderung deutlich: Um eine einzige große Schiffsladung zu ersetzen, können rund 150 Lkw erforderlich sein.

Da Fahrzeuge und Fahrer knapp sind und die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten weiterhin gelten, kann der Straßentransport nur einen Teil der zusätzlichen Mengen übernehmen. Auch auf der Schiene stehen nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung.

Mehr Lkw, aber bislang keine größeren zusätzlichen Staus

Obwohl Lkw ihre Fahrten nun flexibler auf die Wochenenden verteilen können, ist der Verkehr bislang nicht deutlich stärker ins Stocken geraten. Branchenvertreter hatten zuvor zwar von etwas mehr Lkw auf den Straßen Nordrhein-Westfalens berichtet, zugleich aber keine ernsthaften Beeinträchtigungen festgestellt. Ähnliche Beobachtungen gab es bereits aus Bayern.

Auch nach Einschätzung von Kösters ist die befürchtete zusätzliche Belastung der Autobahnen bislang ausgeblieben. Ein Teil der Güter wurde auf die Schiene verlagert, deren Kapazitäten zur Aufnahme weiterer Transporte allerdings ebenfalls begrenzt sind.

Eine weitere, wenn auch begrenzte Entlastung bieten die Häfen. Sie ermöglichen es, Container mit Gefahrgut länger als üblich zwischenzulagern. Laut Kösters hat dies den Druck auf das Transportsystem teilweise reduziert.

Mehr Flexibilität, aber weiterhin knappe Kapazitäten

Die Verlängerung der Ausnahmeregelung bis zum 30. September verschafft Transportunternehmen mehr Spielraum bei der Lieferplanung. Das grundlegende Kapazitätsproblem bleibt jedoch bestehen. Wenn Lkw an zusätzlichen Tagen fahren dürfen, erhöht das weder die Zahl der verfügbaren Fahrzeuge und Fahrer noch die Kapazitäten auf der Schiene.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Straße und Schiene können einen Teil der von der Binnenschifffahrt verdrängten Güter übernehmen, sie aber nicht vollständig ersetzen.

Zugleich reichen die Folgen des Niedrigwassers inzwischen über die reine Transportkapazität hinaus. Betroffen sind auch die Kraftstofflogistik und die Dieselpreise in Westdeutschland.

Niedrige Rheinpegel verteuern die Kraftstofflogistik

Der niedrige Wasserstand erschwert die Versorgung Westdeutschlands mit Kraftstoffen. Der Rhein ist eine zentrale Transportachse für Mineralölprodukte und zur Belieferung von Tanklagern. Bei niedrigen Wasserständen können Binnenschiffe ihre Ladekapazität nicht vollständig ausnutzen. Daher sind zusätzliche Fahrten erforderlich oder Lieferungen müssen durch andere Verkehrsträger ergänzt werden. Beides erhöht die Logistikkosten.

Nach Angaben des ADAC vom 20. August lag der durchschnittliche Dieselpreis in Deutschland bei 2,253 Euro je Liter und damit 5,3 Cent höher als eine Woche zuvor. In Nordrhein-Westfalen wurde mit 2,254 Euro je Liter der höchste Durchschnittspreis verzeichnet.

In Mecklenburg-Vorpommern kostete der Liter Diesel im Schnitt 2,172 Euro. Der Preisunterschied von 8,2 Cent summierte sich bei einer Abnahme von 800 Litern auf rund 65,6 Euro.

Der ADAC nannte die niedrigen Rheinpegel als einen Faktor für die höheren Preise, insbesondere in Westdeutschland. Hinzu kam ein Anstieg des Brent-Rohölpreises auf etwa 91 Dollar je Barrel.

Nach Einschätzung des ADAC erklären diese beiden Faktoren jedoch nur einen Teil des derzeitigen Dieselpreisniveaus. Die Kraftstoffpreise bleiben damit im Verhältnis zu den wesentlichen Kostenfaktoren zu hoch.

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