Laut einer Mitteilung vom 1. Juli wird der maximale Tiefgang ab 24. Juli auf 14,94 Meter (49,0 Fuß) reduziert. Ab 15. August folgt eine weitere Absenkung auf 14,78 Meter (48,5 Fuß). Bereits zuvor war der Grenzwert unter der Referenzbedingung „Tropical Fresh Water“ zum 3. Juli auf 15,09 Meter (49,5 Fuß) gesenkt worden.
Auswirkungen für Reedereien und Verlader
Betroffen sind die größeren Neopanamax-Schleusen, die vor allem von Containerschiffen und weiteren Schiffen genutzt werden, die nicht durch die ursprünglichen Schleusenkammern passen. Für Reedereien und Verlader bedeutet das: Wer bislang nahe am Maximum fuhr, muss unter Umständen Ladung reduzieren oder die Reiseplanung anpassen.
Die ACP ordnet die Schritte als Teil ihrer Strategie ein, den Betrieb unter den aktuellen hydrologischen Bedingungen sicher, verlässlich und nachhaltig aufrechtzuerhalten. Eine Reduzierung der täglichen Transitkapazität wurde bislang nicht angekündigt. Die Behörde will die Pegelstände der Seen sowie hydrologische Prognosen weiter beobachten und anschließend über mögliche zusätzliche Anpassungen entscheiden.
Die neuen Vorgaben folgen auf eine Phase relativer Stabilität nach den massiven Dürre-Einschnitten der Jahre 2023 und 2024. Im Mai hatte die ACP erklärt, man verfolge das El-Niño-Szenario seit Ende 2025 und habe den Gatún-See auf historisch hohen Niveaus gehalten. Die eigenen Daten deuteten demnach damals nicht darauf hin, dass bis Ende 2026 Transitbeschränkungen nötig würden – der Kanal lief weiterhin mit 38 täglichen Durchfahrten.
Wassersparmaßnahmen sind bereits seit Ende 2025 in Kraft. Dazu zählen gleichzeitige Schleusungen, sofern Abmessungen und Verkehrslage es erlauben, Wassersparbecken an den Neopanamax-Schleusen sowie der Einsatz innerer Tore, um den Wasserbedarf beim Füllen der Kammern zu senken. Außerdem wurde die Stromerzeugung aus Wasserkraft am Gatún zeitweise ausgesetzt, um die Wasserspeicherung zu priorisieren.
Keine Rückkehr zur Dürrekrise – aber neue Vorsicht
Die aktuellen Absenkungen fallen deutlich weniger einschneidend aus als während der letzten Dürreperiode, als strengere Limits und Transitrestriktionen einige Verlader dazu brachten, Routen neu zu bewerten. Dennoch rückt das Thema Wasserverfügbarkeit in Panama wieder stärker in den Fokus – insbesondere für Schiffsplaner, Carrier und Ladungseigner, die auf diese Passage angewiesen sind.









