Nach Einschätzung des Ministeriums würden die vorgesehenen Regelungen Israels strategische Interessen auf See nicht ausreichend absichern. Im Zentrum der Kritik steht die Rolle von „New ZIM“ – jener israelisch kontrollierten Einheit, die nach dem Verkauf des internationalen Geschäfts von ZIM an Hapag-Lloyd bestehen bleiben soll.
Hapag-Lloyd hatte die Transaktion im Februar angekündigt. Vorgesehen ist ein Kaufpreis von 35 US-Dollar je Aktie in bar; insgesamt entspricht das einer Bewertung von rund 4,2 Milliarden US-Dollar. Um der besonderen Staatsbeteiligung Israels („golden share“) Rechnung zu tragen, soll ein Teil des Geschäfts in „New ZIM“ ausgelagert werden. Eigentümer wäre der israelische Private-Equity-Fonds FIMI. Hapag-Lloyd erklärte damals, dass die Sonderaktie auf die neue israelische Containerreederei übertragen werden soll.
Sicherheitskreise befürchten laut den Berichten jedoch, dass „New ZIM“ zu klein und operativ zu eingeschränkt wäre, um Israels Versorgung über See in einer Krise zuverlässig zu gewährleisten. Konkret geht es um die Sorge, dass sich das verbleibende Unternehmen vor allem auf Verbindungen im Mittelmeer konzentrieren könnte, während Anbindungen an die USA und den Fernen Osten zurückgefahren würden. Beide Regionen gelten als besonders wichtig – unter anderem für den Import militärischer Ausrüstung und anderer kritischer Güter.
Zusätzlich steht die Transaktion politisch unter Beobachtung, weil sich unter den Anteilseignern von Hapag-Lloyd auch Investoren aus Katar und Saudi-Arabien befinden. Nach Darstellung israelischer Stellen könnte dies Israels Zugang zu zentralen Seerouten in einem künftigen Konflikt anfälliger für politischen Druck machen.
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu soll in einer Kabinettssitzung erklärt haben, der Verkauf von ZIM stehe derzeit nicht auf der Agenda der Regierung. Verteidigungsminister Israel Katz verwies demnach ebenfalls auf die „golden share“, die dem Staat Eingriffsrechte einräumt, sobald Fragen der nationalen Sicherheit berührt sind.
ZIM hat den Vorgang bislang nicht für gescheitert erklärt. In einem Update vom 6. Juli teilte das Unternehmen mit, weiterhin gemäß Fusionsvereinbarung zu handeln und im Rahmen der behördlichen Prüfung mit den zuständigen staatlichen Stellen zusammenzuarbeiten.









