Die neuerdings vom Statistischen Zentralamt veröffentlichten Wirtschaftsindikatoren haben selbst Ökonomen überrascht.  Polens Industrieproduktion konnte im März um rund 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wachsen.

Der derzeitige Anstieg der Industrieproduktion ist jedoch nicht nur vor dem Hintergrund des Ausbruchs der Corona-Pandemie im März 2020 beeindruckend. Im Vergleich zum Februar dieses Jahres wurde ebenfalls ein kräftiges Wachstum von 18, 6 Prozent verzeichnet. Auch nach Bereinigung von saisonalen Einflüssen im März dieses Jahres lag die Industrieproduktion  15,7 Prozent über dem Niveau vom Vorjahreszeitraum und um 2,3 Prozent über dem Niveau von Februar.

Auch weiterhin sehen Ökonomen rosige Aussichten für die polnische Industrie. Analysten von Pekao schätzen, dass die Industrie im nächsten Monat sogar um bis zu 40 Prozent zulegen könnte.

Nach vorläufigen Angaben wurde im März dieses Jahres in 27 (von 34) Wirtschaftszweigen ein Anstieg der verkauften Produktion  gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Deutliche Anstiege gab es bei der Produktion von Elektrogeräten (57,5%), Computern, elektronischen und optischen Produkten (54,9%), Kraftfahrzeugen, Anhängern und Sattelaufliegern (51,1%), Möbeln (35,1%), Gummi und Gummi zu verzeichnen Kunststoffprodukte (31,4%), Holz-, Kork-, Stroh- und Weidenprodukte (28,3%), Metallprodukte (20,3%), Maschinen und Geräte (16,3%) sowie Produkte aus anderen nichtmetallischen mineralischen Rohstoffen (Anstieg um 16,1%).

Polen ist industrielles Powerhouse der EU

Polen konnte 2020 seine Position als mit Abstand größter Handelspartner Deutschlands unter den 29 Partnerländern des Ost-Ausschusses ausbauen, meldet der Ost-Ausschuss in einer Pressemeldung.Trotz der zwischenzeitlich starken Belastungen durch die Corona-Beschränkungen sank der deutsch-polnische Handel 2020 nur minimal.  Polen verdrängte dadurch Italien vom fünften Platz unter den deutschen Handelspartnern weltweit. Bei den deutschen Importen hängte Polen im Vorjahr sogar erstmals Frankreich ab und rückte hier auf Platz vier vor.

Polen hat auch im Corona-Jahr 2020 seinen Ruf als einer der dynamischsten deutschen Auslandsmärkte untermauert: Zwischen Januar und November 2020 lag der bilaterale Handel mit 112 Milliarden Euro weniger als zwei Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres, trotz zwischenzeitlich starker Einbrüche durch die Corona-Maßnahmen im zweiten Quartal. Die Einfuhren aus Polen sanken in den ersten elf Monaten nur um 0,6 Prozent auf 53 Milliarden Euro, während der deutsche Export um drei Prozent auf 59 Milliarden Euro zurückging. Polen hat sich damit vor Italien auf Platz fünf der wichtigsten deutschen Handelspartner vorgeschoben, kommentierte Ost-Ausschuss-Vorsitzende Oliver Hermes.

 

Zusammenarbeit: Michał Pakulniewicz

Foto: Pixabay

 

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