Ratgeber für Online-Frachtenbörsen Nutzer. Wie schützt man sich vor Phantom Frachtführern?

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Die Transportsicherheitsvereinigung TAPA Transported Asset Protection Association, setzt sich mit der Problematik der sogenannten "Fake Carriers" – Scheinfrachtführer auseinander.

Ratgeber für Online-Frachtenbörsen Nutzer. Wie schützt man sich vor Phantom Frachtführern?
Pixabay/CC0

Die Vereinigung hat eine Fake-Carrier-Intelligence-Gruppe gegründet, die das Bewusstsein für dieses Thema schärft und das Ausmaß des Problems quantifiziert. Es wurden auch konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen veröffentlicht, die Online-Frachtenbörsen nutzen, um sich vor Scheinfrachtführern schützen zu können. Die Ratschläge kommen von einem Mitgliedsunternehmen der Vereinigung, welches dank der folgenden Handlungsempfehlungen das Problem mit Erfolg beseitigt hat.

Transportplanung

  1. Verlangen Sie die sofortige Vorlage folgender Unterlagen:
    – Versicherungsunterlagen (CMR-Versicherung)
    – Betriebsgenehmigung.
    Überprüfen Sie diese auf mögliche Fälschungen: Prüfen Sie, ob die angeforderten Dokumente unterschiedliche Schriftarten, Textgrößen enthalten oder so aussehen, als seien sie mit einem Kopierer kopiert und/oder verändert worden. Gefälschte Dokumente enthalten oft Rechtschreibfehler oder eine Kombination aus unterschiedlichen Sprachen.
  2. Verlangen Sie immer, dass Informationen über den Fahrer (ID), den LKW und den Anhänger sofort zur Verfügung gestellt werden (keine Chance auf Unterverträge oder Voreintragungen in einer anderen Frachtenbörse).
  3. Vergewissern Sie sich, dass die vorgelegten Unterlagen auch gelesen und geprüft werden (die prüfende Person, muss die jeweilige Sprache lesen können).
  4. Überprüfen Sie alle Angaben und vergewissern Sie sich telefonisch anhand der im Börsenprofil angegebenen Kontaktdaten. Überprüfen Sie auch die Professionalität der Website falls vorhanden und die Adresse auf Google Maps/Straßenansicht.
  5. Seien Sie vorsichtig bei Unternehmen, bei denen vor kurzem ein Eigentümerwechsel stattfand. (verwenden Sie eine Online-Suchmaschine).
  6. Rufen Sie im Zweifelsfall bei der Versicherung an, um zu prüfen, ob die Versicherungsunterlagen gültig sind.
  7. Kontaktaufnahme per Telefon und E-Mail: Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie mit kostenlosen E-Mail-Anbietern und Mobiltelefonen arbeiten (verwenden Sie keine Messenger-Dienste wie Skype).
  8. Neue Mitarbeiter sollten erst nach einer Probezeit mit Frachtenbörsen arbeiten.

Während der Verladung

  1. Fragen Sie nach dem Original-Transportauftrag.
  2. Überprüfen Sie die Identität des Fahrers; vergewissern Sie sich, dass sie mit der Voranmeldung übereinstimmt und dass das vorgelegte Bild der Person entspricht. Vergleichen Sie die Unterschrift auf dem CMR mit dem Fahrerausweis.
  3. Überprüfen Sie die Nummernschilder des LKW/Anhängers mit dem Pre-Alert; verlangen Sie im Zweifelsfall die Zulassungspapiere des Fahrzeugs und überprüfen Sie die Nummernschilder.
  4. Informieren Sie den Fahrer darüber, dass Änderungen der Lieferanschrift nicht zulässig sind.
  5. Im Zweifelsfall stoppen Sie den Ladevorgang.

Nach dem Beladen

  1. Verfolgen Sie die Lieferung immer mit dem Kunden nach.
  2. Zeit ist entscheidend – handeln Sie immer sofort, wenn die Ware nicht angekommen ist und der Fahrer/Subunternehmer nicht mehr auf Ihre Kontaktversuche reagiert. Ein paar Stunden können entscheiden sein, bei der Rückgewinnung der Ware.
  3. Informieren Sie umgehend die zuständige Frachtenbörse.

Seien Sie besonders vorsichtig

  1. Wenn Fragen zum Wert und/oder zu spezifischen Details der Ware gestellt werden.
  2. Wenn kurz vor der Abholung der LKW oder der Fahrer gewechselt wird.
  3. Während der Ferienzeiten oder an Feiertagen (unbekannter Fahrer).
  4. Bei Fernverkehren, die über das Wochenende ablaufen. Dies wird von den meisten Kriminellen bevorzugt, da sie sich dadurch einen Zeitvorteil verschaffen, wegen verzögerter Entdeckung/Verlustmeldung.
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