Foto: RSC Rotterdam

Rotterdam–München: Sattelauflieger fahren jetzt per Bahn nach Süddeutschland

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Bereits seit Mai 2026 werden Sattelauflieger zwischen Rotterdam und München im kombinierten Verkehr transportiert. Jetzt machen die Projektpartner das intermodale Konzept öffentlich. Die Verbindung nutzt den bestehenden „Bayern Express“ und soll einen Teil der Transporte zwischen den Niederlanden sowie Süddeutschland und Österreich von der Straße auf die Schiene verlagern.

Der niederländische Holz- und Baustoffanbieter Outdoor Life Group (OLG) und der Logistikdienstleister Bos Dynamics setzen seit Mai auf einen intermodalen Transportkorridor zwischen Rotterdam und München. Nach Angaben der Port of Rotterdam Authority werden die Sattelauflieger zunächst per Lkw zum Rail Service Center Rotterdam (RSC Rotterdam) gebracht, anschließend mit dem Zug nach München transportiert und von dort per Lkw an Empfänger in Süddeutschland und Österreich ausgeliefert. Die Rücktransporte erfolgen über denselben Korridor.

Die Bahnverbindung wird vom Intermodalanbieter Hutchison Ports Europe Intermodal (HPEI) betrieben und nutzt den bereits bestehenden Bayern Express.

Keine neue Infrastruktur erforderlich

Nach Angaben der Projektpartner war für die neue Transportlösung keine zusätzliche Infrastruktur notwendig. Stattdessen wurden bestehende Bahnkapazitäten genutzt und die Abläufe zwischen Verlader, Spedition, Terminal und Bahnbetreiber aufeinander abgestimmt.

Wir prüfen kontinuierlich Möglichkeiten, unsere Lieferkette intelligenter und nachhaltiger zu gestalten“, erklärt Jelle Poldervaart, Site Manager bei OLG. Durch die Zusammenarbeit mit Bos Dynamics, HPEI und RSC Rotterdam lasse sich der Güterstrom effizienter organisieren und gleichzeitig der CO₂-Fußabdruck deutlich reduzieren.

Start mit acht Transporten pro Woche

In der Anlaufphase umfasst das Projekt einen Pool von zehn kranbaren Sattelaufliegern. Nach Angaben der Projektpartner werden wöchentlich vier Auflieger von Rotterdam nach München und vier weitere in Gegenrichtung transportiert.

Sollte sich das Konzept im täglichen Betrieb bewähren, ist eine Ausweitung vorgesehen.

Perspektive für weitere Speditionen

Nach Angaben von RSC Rotterdam richtet sich das Konzept ausdrücklich auch an andere Verlader und Transportunternehmen. Derzeit werden ausschließlich kranbare Sattelauflieger auf der Verbindung eingesetzt. Künftig könnte der Shuttle jedoch auch für nicht kranbare Auflieger geöffnet werden.

Für Verlader und Transportunternehmen, die ihre Anhänger bislang ausschließlich auf der Straße transportieren, zeigt dieses Projekt, dass bestehende Bahnverbindungen eine praktikable Alternative sein können“, heißt es von Peter Schilte, Sales & Customer Service bei RSC Rotterdam.

Was das Projekt für die Logistikbranche bedeutet

Für Speditionen bietet das Konzept mehrere Vorteile. Der lange Hauptlauf zwischen den Niederlanden und Süddeutschland erfolgt auf der Schiene, während Lkw lediglich die Vor- und Nachläufe übernehmen. Dadurch können Fernverkehrskapazitäten effizienter eingesetzt werden. Gleichzeitig lassen sich CO2-Emissionen und Straßenkilometer reduzieren.

Ein weiterer Vorteil: Das Projekt zeigt, dass intermodale Verkehre nicht zwingend neue Bahnstrecken oder Terminals erfordern. Stattdessen können bestehende Hinterlandverbindungen genutzt werden, sofern die Prozesse zwischen Verladern, Transportunternehmen und Terminalbetreibern entsprechend abgestimmt sind.

Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Emissionsreduzierung, anhaltenden Fahrermangels und wiederkehrender Engpässe auf wichtigen Autobahnkorridoren dürfte der kombinierte Verkehr auf Relationen wie Rotterdam–München für weitere Unternehmen an Bedeutung gewinnen.

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