Nachdem die CDU-Landesgruppe Baden-Württemberg steuerfreie Boni für systemrelevante Berufe gefordert hatte, hat nun Bundesfinanzminister Olaf Scholz grünes Licht für das Projekt gegeben.

Viele Arbeitgeber haben bereits angekündigt, ihren Beschäftigten einen Bonus zahlen zu wollen. Als Bundesfinanzminister werde ich am Montag die Anweisung erlassen, dass ein solcher Bonus bis 1500 Euro komplett steuerfrei sein wird, sagte Scholz letzte Woche der „Bild am Sonntag”. Viele Arbeitnehmer sind täglich im Einsatz unter erschwerten Bedingungen, um uns zu versorgen – als Pflegekraft, an der Supermarktkasse, als Krankenhausarzt, hinterm Lkw-Lenkrad. Dieses Engagement sollten wir honorieren.

Die schnelle Reaktion des Ministers wurde vom  stellvertretenden Unionsfraktionschef Andreas Jung begrüßt.

Gut, dass das jetzt sofort kommt! Alle Menschen, die jetzt ihren Kopf hinhalten und unser Land am Laufen halten, verdienen unseren Respekt und unsere Unterstützung, so Jung.

Auch ver.di fordert Anerkennung

Aufgrund der derzeitigen Arbeitsbelastungen in versorgungsrelevanten Bereichen hat auch ver.di die Arbeitgeber aufgefordert, eine besondere Anerkennung von zusätzlich 500 Euro je Monat zu zahlen.

Die Beschäftigten im Gesundheitswesen, in Versorgung und Handel, bei der Bundesagentur für Arbeit – und das sind nur Beispiele –, halten dieses Land für uns alle am Laufen. Sie stehen unter extremen Belastungen und gefährden zum Teil in besonderer Weise ihre eigene Gesundheit. Die Arbeitgeber müssen sich dafür erkenntlich zeigen, sagte Werneke.

Werneke betonte jedoch zugleich, dass die Sonderzahlungen keinesfalls vernünftige tarifliche Regelungen ersetzen und machte eine Forderung nach besseren Entgelt geltend.

Für die Zukunft sind deshalb dauerhaft bessere tarifliche Entgelte und Regelungen erforderlich. Das wird ver.di aufrufen, wenn die derzeitige Pandemie überwunden ist, sagte er.

Wird der Mindestlohn für systemrelevante Berufe steigen?

Dem Magazin „Focus” zufolge erwartet Scholz nach der Corona-Krise steigende Löhne für systemrelevante Berufe.

Wir werden nach der Corona-Krise eine Neubewertung der Löhne in Deutschland beobachten können. Dazu gehört auch eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro. Bessere Löhne für harte Arbeit sollten eine Folge der Krise sein, wird der Minister von Focus zitiert.

Als positiv beurteilt der Vizekanzler, „dass viele tolle Berufe, die sonst weniger anerkannt wurden, nun als systemrelevant eingestuft werden”. Und fordert deshalb von den Arbeitgebern,eine ordentliche Bezahlung für solche Berufsgruppen.

Beschäftigte in der Transport-und Logistikbranche sind in der Corona-Krise unverzichtbar. Sie zählen zu den als systemrelevant eingestuften Berufsgruppen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Vierteljährlichen Verdiensterhebung mitteilt, verdienten Arbeitnehmer im Straßengüterverkehr im letzten Jahr durchschnittlich 2624 Euro brutto pro Monat.

Foto: BMF/Hendel

 

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