Das ungarische Transportunternehmen Waberer’s hat jüngst die Ergebnisse für das erste Quartal dieses Jahres präsentiert. Nach einem schlechten Jahr 2018 scheint ein noch schlechteres Jahr zu folgen. Grund dafür  sind steigende Kraftstoffpreise und  Transitgebühren sowie der Anstieg der Löhne dortzulande. Schrumpfen tut auch die Flotte des Unternehmens – über 200 LKW musste die Firma verkaufen.

Waberer’s International beendete das erste Quartal dieses Jahres mit einem Nettoverlust von 4,4 Millionen Euro. Leider hat sich die Situation des Unternehmens nach 2018, in dem Nettoverluste von ca. 13,9 Mio. Euro verzeichnet wurden, nicht verbessert. Obwohl die Bilanz des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sich besser präsentiert (Anstieg um 1,8 Prozent – von 178,9 Millionen Euro auf 182,2 Millionen Euro), so sind die Gewinne im ersten Quartal Gewinne ohne Berechnung und Einbeziehung von Steuern, Zinsen und einmaligen Ausgaben in den ersten drei Monaten des Jahres 2019  sogar um 24 Prozent zurückgegangen. (von 19,9 auf 15,2 Millionen Euro).

Im Rahmen der Schadensbegrenzungsmaßnahmen beschloss das Unternehmen, die Flotte zu reduzieren. Waberer ist nicht nur von der Bestellung von 300 LKW zurückgetreten, sondern hat auch 241 LKW verkauft.

Das Unternehmen hat einen grundlegenden Wandel eingeleitet, um den Veränderungen im ersten Halbjahr gerecht zu werden, kommentiert Robert Ziegler, CEO von Waberer’s International.

Durch die Reduzierung der Flotte und „Smart Pricing” sollte das Unternehmen wieder auf die gerade Linie zurückkehren. Dies wird nicht über Nacht geschehen. Ziegler ist überzeugt, dass die Restrukturierung im zweiten Halbjahr 2019 Wirkung zeigen wird.

Unser Fundament ist stark, aber Kostenmaßnahmen reichen nicht aus, um die Situation des Unternehmens effektiv umzukehren. Daher haben wir das Konzept unserer mittelfristigen Initiativen abgeschlossen, und ihre Umsetzung ist bereits im Gange: Wir haben flexiblere Maßnahmen ergriffen, um uns auf den Kunden zu konzentrieren, so Ziegler.

Darüber hinaus wurden die Motivationssysteme für Fahrer und andere Schlüsselfunktionen neu gestaltet, um die Qualität der Dienstleistungen von Waberer’s zu verbessern.

Wir haben unsere Flotten- und Speditionsaktivitäten zusammengetan, um effizienter auf Marktschwankungen reagieren zu können. Wir arbeiten daran, unsere Planung intelligenter zu gestalten. Wir verbessern auch unsere IT-Technologien und beschäftigen uns deshalb mit Personalfragen – fügte Ziegler hinzu.

Ungarische Transportunternehmen unter Druck

Die Ergebnisse von Waberer spiegeln die Situation der gesamten Transportbranche in Ungarn wider. MKFE, der örtliche Straßenverkehrsverband, forderte Ende April alle Transportunternehmen im Land auf, die Preise für Dienstleistungen zu erhöhen. Laut der Organisation kann eine Welle von Insolvenzen im Transportsektor auftreten, wenn sollten die Frachtkosten nicht steigen. Der ehemalige  CEO von Waberer – Ferenc Lajko – sprach schon in vergangenen Jahr über die dringende Notwendigkeit, die Zinsen zu erhöhen.

Laut MKFE sind der Gründe für die schlechte Situation der Branche wie folgt: Erhöhung der Straßenbenutzungsgebühren, hohe Kraftstoffkosten, Versicherungspflicht mit unrealistischen Sätzen, die Lage auf dem Arbeitsmarkt und nicht adäquate Schutzmaßnahmen seitens der Regierung.

Foto: Waberer’s/Facebook

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