Spaltung der Deutschen Bahn – deutsches Schienennetz soll vom Staatskonzern losgelöst werden

Verbrauchervertreter und Konkurrenten der Deutschen Bahn wollen das deutsche Schienennetz vom Staatskonzern abspalten. Damit soll mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden. Und um diesen Verkehrsträger zu stärken bedarf es einer echten Bahnreform.

Spaltung der Deutschen Bahn – deutsches Schienennetz soll vom Staatskonzern losgelöst werden
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Aktiver Klimaschutz im Verkehrsbereich könne nur durch eine echte Verkehrsverlagerung auf die Schiene als ein Bestandteil der Mobilitätswende gelingen, schreibt GDL. Die Lokführergewerkschaft als auch die Baubranche forderten am Montag in einem gemeinsamen Papier die Spaltung der Deutschen Bahn. DB soll in ein Unternehmen für den Zugbetrieb und in eins, das sich um das Schienenetz, Bahnhöfe und das Bahnstromnetz kümmert, geteilt werden.

Wir brauchen einen grundlegenden Neuanfang in der Bahnpolitik. Kernstück ist die Trennung von Netz und Betrieb. Nur wenn die Eisenbahnverkehrsunternehmen eigenverantwortlich und selbstständig im Gesamtmarkt agieren können, während der Staat sich als bundeseigene Infrastrukturgesellschaft auf die Bereitstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur und die Überwachung eines fairen Wettbewerbs konzentriert, hat die Schiene die Zukunft, die sie als das ökologischste aller Verkehrsmittel verdient,“ so Claus Weselsky von der GDL.

Die Deutsche Bahn sprach sich gegen eine Trennung aus. Ein Sprecher argumentierte, erfolgreiche Eisenbahnen arbeiteten integriert – das heiße, mit Netz und Betrieb in einer Hand.

Wieso sollten wir in Deutschland einen schlechten Sonderweg gehen und das Bahnsystem zudem mit jahrelangen politischen Diskussionen lähmen, anstelle den Klimaschutz voranzutreiben?“

DB mit neuem Milliarden-Verlust

Auch die Vorlage der aktuellen Halbjahreszahlen sind weniger motivierend. Trotz dessen wird DB die Logistiktochter Schenker nicht verkaufen, um die hohe Schuldenlast des Konzerns zu reduzieren. Das gab die Spitze der deutschen Bahn bei der Präsentation der Halbjahreszahlen bekannt.

DB Schenker war die leistungsstärkste Tochtergesellschaft mit einem Ergebnis von 627 Millionen Euro, was einer Steigerung von 126% (350 Millionen Euro) gegenüber dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 entspricht. Der Umsatz erhöhte sich um 2,2 Mrd. Euro (26%) auf 10,7 Mrd. Euro. DB Schenker profitierte vor allem von steigenden Umsätzen in der Luftfracht, deren Volumen um 44% auf 712.000 Tonnen zunahm. Auch der Straßenverkehr verzeichnete ein Wachstum (+9 %) bei der Zahl der Sendungen.

Die andere Frachttochter, DB Cargo, schrieb zwar weiterhin rote Zahlen, konnte aber den operativen Verlust (EBIT) um 40% (141 Mio. Euro) auf 211 Mio. Euro reduzieren. Der Umsatz der seit mehr als fünf Jahren defizitären Güterbahn stieg im ersten Halbjahr um 15 % auf 2,27 Milliarden Euro.

Die Gesamtzahlen der DB für das erste Halbjahr weisen aufgrund der schlechten Ergebnisse im Personenverkehr einen Verlust von 1,14 Milliarden Euro (-59%) aus. Der Nettoverlust belief sich auf 1,4 Milliarden Euro. Das ist eine Verbesserung von 62 % (2,3 Milliarden Euro) gegenüber dem ersten Halbjahr 2020. Der Umsatz der DB stieg um 12% auf 21,8 Milliarden Euro.

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