Am 10. Mai 2021 beginnt der Prozess gegen Kurt Beier Transport A / S im Fall des Slumlagers in Padborg. Das Transportunternehmen hat aufgrund der Bedingungen, unter denen eine Reihe von Fahrern aus Drittstaaten beschäftigt waren, einen finanziellen Gewinn von ca. vier Millionen Kronen an gesparten Kosten erzielt.

Der Anklageschrift zufolge wurden die Fahrer auf Ersuchen der Firma Kurt Beier von einem der Angeklagten auf den Philippinen und in Sri Lanka angeworben. Danach wurden sie als Fahrer in der polnischen Briefkastenfirma LGBT International Transport beschäftigt. Sie unterschreiben einen polnischen Arbeitsvertrag und fuhren dann quer durch Europa. Die Fahrer erhielten Vergütungen erheblich unter dem Gehaltsniveau, die für ähnliche Arbeiten in Dänemark eingestuft waren.

Verstöße gegen die Menschenrechte?

Das Transportunternehmen Kurt Beier sorgte bereits vor einiger Zeit für Schlagzeilen. Es ging um die unmenschlichen Bedingungen, in denen die Lkw-Fahrer leben mussten. Den sogenannten Trucker-Slums. Die Fahrer waren ohne Sozialversicherung beschäftigt, weit unter Mindestlohn bezahlt und ohne Anspruch auf Urlaub. Darüber hinaus wurden sie unter Verstoß gegen die Ruhezeiten eingesetzt, beschimpft und unter Druck gesetzt.

„Den Fahrern wurde angedroht, es käme ein Bus, der sie zum Flughafen bringe, wenn sie nicht weiterarbeiten würden”, sagte Michael Wahl vom DGB-Projekt „Faire Mobilität” in Berlin.

Philippinische Lkw-Fahrer sind Sklaven der deutschen Autobahnen, heißt es in einer Stern-Reportage.

Die Nordic Transport Group (NTG), ein Zusammenschluss von mehr als 30 skandinavischen Spediteuren mit Niederlassung in Deutschland sagte dem Stern, dass Kurt Beier zwei Jahre lang für NTG in Deutschland gearbeitet habe.

Die Situation der Fahrer ist inakzeptabel. Wir haben die Zusammenarbeit mit Kurt Beier gestoppt,” so der NTG-Chef Jesper Petersen.

Vielleicht könnte mit diesem Prozess der organisierten Ausbeutung endlich ein Ende gesetzt werden?

Foto: Pixabay

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