Laut aktuellen Zahlen des dänischen Branchenverbands ITD sind mittlerweile 1.763 Lkw- und Anhängereinheiten für den Einsatz als Lang-Lkw zugelassen, ein Plus von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Quelle: nationales Fahrzeugregister). Dazu zählen modulare Fahrzeugkombinationen sowie sogenannte Doppelanhänger mit einer Gesamtlänge von bis zu 34 Metern.
Diese Fahrzeuge sind darauf ausgelegt, die Transporteffizienz zu steigern: weniger Fahrten, geringerer Kraftstoffverbrauch, niedrigere CO₂-Emissionen und weniger Verkehrsaufkommen, insbesondere auf hochbelasteten Strecken.
Interesse groß, Nutzen begrenzt
Die steigende Zahl zugelassener Einheiten zeigt: Das Interesse der Branche ist da. Doch ITD warnt, dass die potenziellen Vorteile derzeit kaum ausgeschöpft werden. Der Grund: Das nutzbare Straßennetz für Doppelanhänger ist äußerst begrenzt, erlaubt ist der Einsatz aktuell fast ausschließlich auf dem Korridor Aarhus–Høje Taastrup–Øresundbrücke.
Für viele Unternehmen bedeutet das: Die Fahrzeuge dürfen nur auf wenigen Strecken eingesetzt werden und häufig nicht dort, wo sie den größten Nutzen bringen würden. ITD-Fahrzeugtechnologieexperte Steffen Johannsen erklärt, viele Spediteure würden gern bestehende modulare Kombinationen durch Doppelanhänger ersetzen, doch der eingeschränkte Zugang mache das wirtschaftlich kaum darstellbar.
Schweden deutlich weiter
Während Dänemark zum 1. Januar 2024 ein Pilotprojekt gestartet hat, bleibt das freigegebene Straßennetz auf wenige hundert Kilometer beschränkt. Ganz anders in Schweden: Dort wurde das Netz bereits im Dezember 2023 geöffnet und umfasst inzwischen über 6.000 Kilometer.
Ein Grund für diesen Unterschied liegt in der Flexibilität der schwedischen Vorschriften: Dort sind auch alternative Fahrzeugkonzepte mit kürzeren Überhängen und besseren Abbiegeeigenschaften zugelassen. Diese fügen sich leichter in bestehende Infrastrukturen ein – sind im dänischen Pilotprojekt jedoch bislang nicht vorgesehen.
Anpassung in Sicht?
Dänemarks Verkehrsminister Thomas Danielsen hat angekündigt, die Zulassung schwedischer Fahrzeugtypen auch in Dänemark zu prüfen. ITD begrüßt diesen Schritt und verweist darauf, dass viele dänische Spediteure bereits Fahrzeuge nach schwedischem Standard betreiben, diese jedoch nach dänischem Recht nicht vollständig nutzen können.
Eine Harmonisierung der Vorschriften könnte aus Sicht des Verbands dazu beitragen, kostspielige Umbauten an der Infrastruktur zu vermeiden und den praktischen Einsatz der Fahrzeuge deutlich zu erleichtern.









