Trotz der im vergangenen Jahr unternommenen Anstrengungen zur Verbesserung der Rentabilität der internationalen Lkw-Flotte hat der ungarische Transport- und Logistikbetreiber Waberer’s Millionenverluste erlitten.

Nachdem Waberer’s International die Bilanzergebnisse für das letzte Jahr resümiert hatte, stellte es sich heraus, dass diese sicherlich nicht zufriedenstellend sind. Dem Bericht für das vierte Quartal 2019 und gleichzeitig für das gesamte vergangene Jahr zufolge sei der Umsatz des Unternehmens gegenüber 2018 um 4,9 Prozent gesunken (bis auf 696,2 Mio. EUR). Das Unternehmen erklärt, dass ein Rückgang von 20 Prozent, der aufgrund der Flottenreduzierung im internationalen Transport entstanden sei und im Laufe des ganzen Jahres zu sehen war, wurde teilweise durch höhere Einnahmen aus der Kontraktlogistik ausgeglichen.

Überdies verringerte sich das EBITDA (d. h. eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände beschreibt) um 16,5 Prozent (bis auf 58,4 Millionen Euro) gegenüber 2018. 2019 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 23,4 Mio. EUR, während sich dieser 2018 auf 13,9 Mio. EUR belief.

Der Betreiber weist in dem Bericht für 2019 auf die schwierige Marktsituation hin, die durch wirtschaftliche Unsicherheit sowie hohe Lohn- und Kraftstoffkosten verursacht wurde. Alles deutet auch darauf hin, dass das Jahr 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie für Waberer’s noch schlimmer sein wird. Ende März 2020 trat Robert Ziegler von seinem CEO-Posten zurück. Die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden wurden vorübergehend von Barna Erdélyi übernommen, die bisher Finanzdirektorin eines an der Budapester Börse notierten Unternehmens war.

Waberer’s ergriff auch zahlreiche Maßnahmen, um die schwierige finanzielle Situation nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie zu bewältigen. Damit zumindest eine kurzfristige finanzielle Stabilität aufrechterhalten werden kann, werden keine neuen Mitarbeiter beschäftigt, die bisherigen Vergütungen neu verhandelt und das unbezahlte Urlaubsprogramm eingeleitet. Der ungarische Betreiber beschloss auch, seine Fahrzeuge und Fahrer außerhalb Ungarns ins Land zu bringen. 1.200 Lastwagen sollten stehen bleiben. Dementsprechend kündigte Waberer an, dass das Programm der Flottenreduzierung so lange fortgesetzt wird, bis die Rentabilität erneut erreicht ist.

Foto: Waberer’s/Facebook

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