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Maersk warnt: Schifffahrt könnte wegen Ausweitung der Angriffe im Golf in Treibstoffmangel geraten

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Maersk erklärt, die Störungen in der Straße von Hormus führten inzwischen nicht mehr nur zu Verzögerungen bei Schiffen. Da sich die Angriffe auf Transportnetze im gesamten Golf ausweiten, warnt der Carrier, dass Treibstoffknappheit, Staus und weiterreichende Störungen der Lieferkette folgen könnten.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Maersk-CEO Vincent Clerc hat gewarnt, dass eine länger anhaltende Störung in der Straße von Hormus Probleme bei der Treibstoffversorgung für Reedereien verursachen könnte. Das würde Carrier dazu zwingen, Treibstoff weltweit aktiver umzudisponieren, um den Betrieb der Schiffe aufrechtzuerhalten. Seine Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe auf die Handelsschifffahrt und Transportinfrastruktur im gesamten Golf, während Ölmarktagenturen und Analysten ihre Prognosen nach oben anpassen.

In einem Interview auf CNN sagte Clerc, Maersk habe 10 Schiffe „im oberen Golf festgesetzt“ sowie zahlreiche weitere auf dem Weg in die Region, für die Notfallpläne erforderlich seien. Statt auf eine Wiederöffnung der Meerenge zu warten, werde Maersk die Ladung in alternativen Häfen, darunter Oman oder Dschidda, zwischenlagern, bevor die Schiffe zu ihren nächsten Einsätzen weiterfahren.

Clerc sagte außerdem, Maersk meide vorsorglich erneut die Bab el-Mandeb-Meerenge, weil das Risiko erneuter Angriffe auf die Schifffahrt bestehe. Er warnte, dass das Unternehmen zwar kurzfristig zurechtkommen könne, eine länger anhaltende Störung jedoch „schwere Staus“ und „ernste Probleme in der globalen Lieferkette“

Eine der deutlichsten Warnungen von Clerc betraf Schiffstreibstoff. Er sagte CNN, bei geschlossener Meerenge gebe es weltweit genug Öl, aber „nicht überall auf der Welt genug Öl“. Das könne dazu führen, dass einige Regionen über ausreichend Treibstoff verfügen, während andere mit Engpässen konfrontiert seien. Maersk müsse Treibstoff daher möglicherweise proaktiv verlagern, damit Schiffe in den richtigen Häfen bunkern können und das Netzwerk weiterläuft. Er bezeichnete dies als „Neuland“ für die Branche.

Maersks Sorgen schlagen sich bereits in den Kosten für Kunden nieder. Am 10. März kündigte der Carrier einen vorübergehenden globalen Emergency Bunker Surcharge an und erklärte, die mit Hormus verbundenen Störungen wirkten sich auf die Treibstoffverfügbarkeit, die Treibstoffkosten und den in seinem Netzwerk erforderlichen Produktmix aus.

Angriffe weiten sich von Schifffahrtsrouten auf Transportinfrastruktur im Golf aus

Auch die Sicherheitslage hat sich weiter verschlechtert. Gestern (11. März 2026 – Anm. d. Red.) hatte Iran seine Angriffe auf Infrastruktur und Transportnetze im gesamten Golf ausgeweitet, darunter die Handelsschifffahrt, und zugleich Dubais internationalen Flughafen ins Visier genommen. Medienberichten zufolge gab es weiterhin keinerlei Anzeichen dafür, dass Schiffe die Passage durch Hormus sicher wieder aufnehmen könnten, und Hunderte von Schiffen waren faktisch hinter dem engen Kanal blockiert – aus Angst vor Angriffen. Laut The Guardian sei die Zahl der seit Beginn des Krieges getroffenen Schiffe auf 14 gestiegen.

Reuters berichtete, dass die Straße von Hormus ein kritischer Engpass für rund 20 % der globalen Ölversorgung ist und der Tankerverkehr durch die Wasserstraße nach der Eskalation des Konflikts nahezu zum Stillstand gekommen sei. Reuters meldete außerdem, dass nahezu 20 Millionen Barrel pro Tag an Liefermengen im Golf faktisch eingeschlossen waren.

Maersk warnt: Die nächste Krise könnte Treibstoff sein – nicht nur Verzögerungen

Der Ölmarkt spiegelt diese Risiken bereits wider. Reuters berichtete am 12. März, dass Goldman Sachs seine Prognosen für das vierte Quartal 2026 auf 71 US-Dollar je Barrel für Brent und 67 US-Dollar für WTI angehoben habe – von zuvor 66 bzw. 62 US-Dollar –, da man aufgrund des US-israelischen Krieges gegen Iran mit länger anhaltenden Störungen der Ölströme durch Hormus rechne. Die Nachrichtenagentur merkte zudem an, dass beide Referenzsorten zu Wochenbeginn kurzzeitig 119 US-Dollar überschritten hatten – die höchsten Werte seit Mitte 2022.

Regierungen und Energieagenturen versuchen, die Folgen einzudämmen, doch die bislang angekündigten Maßnahmen könnten nur begrenzte Entlastung bringen. Die Internationale Energieagentur hatte eine koordinierte Freigabe strategischer Reserven in Rekordhöhe von 400 Millionen Barrel beschlossen – die größte gemeinsame Freisetzung in ihrer Geschichte. Experten warnten jedoch auch, dass dieser Schritt nur ein „Pflaster“ für einen deutlich größeren Angebotsschock sein könnte. Nach nur 11 Tagen Konflikt habe das geschätzte Marktdefizit bereits rund 220 Millionen Barrel erreicht.

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