Das Problem der Be- und Entladung ist europaweit umstritten. Obwohl die beiden Aufgaben theoretisch zu Lkw-Fahrern nicht gehören, werden diese von ihnen verlangt. Der spanische Transportverband Fenadismer vertritt die Meinung, dass die zuständigen Behörden den Fahrern die Arbeit an der Rampe aufgrund der Corona-Pandemie verbieten sollen.

Der Transportverband Fenadismer forderte das spanische Ministerium für Verkehr auf, den Lkw-Fahrern das Be- und Entladen zu verbieten. Aufgrund der Pandemie, von der Spanien ernsthaft betroffen wurde, wäre so ein Verbot durchaus begründet. Es handelt sich doch um die Gesundheit und Sicherheit einer Berufsgruppe, von der eine besondere Arbeit geleistet wird, die für die Wirtschaft unerlässlich ist. Der Verband begrüßt zwar die Richtlinien der Europäischen Kommission, nach denen die oben genannten Aufgaben von Fahrern nicht ausgeübt werden sollen, aber es handelt sich dabei immer noch nur um Richtlinien. Nach Ansicht von Fenadismer könnte nur ein tatsächliches Verbot zu den erwarteten Ergebnissen führen.

Aus Umfragen, die unter den Mitgliedern des Verbandes durchgeführt wurden, ergibt sich, dass mindestens 64 Prozent der Verlader trotz der Pandemie und Richtlinien von Brüssel verlangen, dass Be- oder Entladung von Lkw-Fahrern ausgeführt wird.

Kein Wunder, dass die Coronavirus-Pandemie zu einer erneuten Debatte bezüglich der Pflichten der Fahrer an der Rampe geführt hat. Fenadismer kämpft seit Jahren darum, dass die Trucker die beförderten Waren nicht be- oder entladen müssen.

„Es gibt viele Gründe für unseren Kampf, aber grundsätzlich handelt es sich dabei um Gerechtigkeit”, heißt es in der offiziellen Mitteilung.

Fahrer sind Fahrer, und nicht Mitarbeiter eines Lagerhauses. Sie müssen nicht wissen, wie Ausrüstungsgegenstände für die Be- und Entladung zu bedienen sind. Sie müssen nicht die Lagerhäuse der Verlader betreten, um die Waren hineinzubringen. Sie müssen das alles nicht vor allem deswegen, dass die Verlader nur die Beförderung der Waren bezahlen. Alle übrigen Aufgaben werden auf Kosten der Gesundheit und Ruhe des Fahrers ausgeführt, argumentiert der Verband.

Kommentar der Redaktion

Die aktuelle Situation, die die Fahrer dazu zwingt, ihre Kontakte zu Mitarbeitern von Lagern und Stellen, an denen Be- und Entladungen erfolgen, zu begrenzen, kann paradoxerweise zur Lösung des ewigen Problems der Arbeit an Rampen beitragen. Möglicherweise werden aufgrund der Coronavirus-Pandemie Aufgaben, die zu Fahrern nicht gehören, endgültig vom Personal der Verlader und Empfänger übernommen. Dies würde mit voller Sicherheit allen zugute kommen, umso mehr, dass diesmal die Gesundheit und Sicherheit der Fahrer sowie ihrer Familien und Kollegen auf dem Spiel stehen.

Foto: BAR Cargolift

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