Im Massen-Kündigungsschutzverfahren gegen die Burbacher Spedition Georgi gibt es eine neue Entwicklung.

Die Anwälte des am Dienstag auch persönlich vor der 2. Kammer des Siegener Arbeitsgerichts präsenten Unternehmers boten den 97 Fahrern, die gegen ihre Kündigung Klage angestrengt haben, insgesamt eine Zahlung von 100 000 Euro an. Das sind knapp tausend Euro für jeden Betroffenen.

Gewiss sei das keine große Summe für den Einzelnen, sagte Firmenanwalt Hagani (Frankfurt). Aber der Kreditgeber, eine örtliche Sparkasse, würde lediglich ein Sanierungsdarlehen in dieser Höhe gewähren. Nun sollen die Kläger davon unterrichtet werden. Allerdings sei eine Einigung auf diese, vom Unternehmen angebotene Zahlung, daran gebunden, dass 80 Prozent Zustimmung gegeben wird.

„Das ist die letzte Möglichkeit“, beschied der Anwalt. Aufgeteilt werden könne der Betrag nur durch die Anzahl der Kläger. Ginge es nach Alter und Betriebszugehörigkeit, wäre wohl zu befürchten, dass einige der gekündigten Fahrer fast leer ausgingen.

Vorsitzender Richter Christian Vollrath konnte sich angesichts dieses Angebots den Hinweis nicht verkneifen, dass der „Aufwand für Rechtsberatung und Wirtschaftsprüfung“ nach seiner Auffassung die genannte Summe um ein Vielfaches überschreite. Die immerhin drei Anwälte, die dem beklagten Unternehmer Dienstag beistanden, wiesen das mehr oder minder empört zurück. Denn auch ihre Auslagen würden von einer Rechtsschutzversicherung getragen.

Hätte es einen gewählten Betriebsrat in der Burbacher Spedition gegeben, wäre für die rund 160 im vorigen Winter gekündigten Fahrer ein Sozialplan auszuhandeln gewesen. Und der hätte leicht bei bei einer Summe von 600 000 bis 700 000 Euro liegen können, rechnete Anwalt Hagani vor. Aber ohne betriebliche Interessenvertretung keine Abfindung.

Vor zwei Wochen waren bereits 18 Kündigungsschutzklagen über den Tisch der 2. Kammer gegangen, am Dienstag kamen 33 weitere dazu. Die in allen Bundesländern ansässigen Fahrer ließen sich von DGB-Rechtsschutzsekretär Rainer Jung (allein acht), auswärtigen und heimischen Anwälten wie dem Siegener Jörg Becker vertreten.

Autor: Koliński Peter

Ursprung: http://news.feed-reader.net/35603-spedition.html#4585726

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