Seit Mitte Januar sind in Norwegen neue Vorschriften in Kraft, die die Gesamtmasse und die Länge der in diesem Land zugelassenen LKW regeln. Auf norwegischen Straßen können Sie 60-Tonnen-Lastwagen mit einem Auflieger oder Anhänger treffen.

Die geänderten norwegischen  Vorschriften sind am 15. Januar 2020 in Kraft getreten, berichtet das norwegische Transportportal lastebil.no. Nach neuen Vorschriften sind in dem sogenannten Netz von „modularen Straßen” (ein Straßennetz, innerhalb dessen Module mit einer Länge  von 25,25 m fahren können) LKW mit einem Anhänger / Auflieger mit einer Länge von 24 m und einem zGG von bis zu 60 Tonnen sind zugelassen. Bis Mitte Januar dieses Jahres durften solche LKW nur  19,5 Meter lang sein und ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 50 tonnen haben. Eine Ausnahme bildeten LKW mit Holztransport.

Derzeit kann ein LKW mit einem Auflieger / Anhänger unabhängig von der zu transportierenden Ladung 24 m lang sein und ein zulässiges Gesamtgewicht von 60 t haben, muss jedoch eine bestimmte Bedingung erfüllen. Das Fahrzeug muss mit einem Torsionsdeichsel ausgestattet sein, der es ermöglicht, die Norm in Bezug auf den Wendekreis des Fahrzeugs zu erfüllen. Außerdem müssen die Sets acht Achsen haben und der Abstand zwischen der ersten und der letzten Achse muss 19 Meter betragen.

 

Megatrucks in anderen Ländern

Norwegen ist ein weiteres Land, in dem Megatrucks zugelassen sind. Anfang letzten Jahres hat Finnland die zulässige Länge der LKW-Kombination auf 34,5 m erhöht, was fast 10 Meter mehr als die vorherige Grenze ist. Das zulässige Gesamtgewicht blieb jedoch unverändert, d. h. 76 Tonnen.

Das finnische Verkehrsministerium ist davon ausgegangen, dass längere Fahrzeuge „erhebliche Vorteile” bringen werden, insbesondere für den Transport von Containern, Stückgut und Lebensmitteln, auf die fast die Hälfte des gesamten Straßentransports entfällt.

Die 32-Meter-Sets mit zwei Sattelaufliegern werden in diesem Jahr auch von den Niederländern getestet. Das erste Test-Set wird Mitte 2020 in den Niederlanden fahren.Wenn das Fahrzeug die erste Testphase erfolgreich besteht, werden 2021 vier solcher Lastwagen auf niederländischen Straßen erscheinen. Alle sollen auf festgelegten Strecken fahren und Distributionszentren bedienen, die direkt an den Autobahnen liegen (zunächst auf der Strecke Rotterdam – Venlo).

 

32-Meter-LKW sind nachhaltig?

Mitte 2019 debattierte der Europäische Automobilherstellerverband ACEA über die damals von Brüssel genehmigten CO2-Emissionsgrenzwerte für LKW. 32-Meter-LKW würden laut Verband die Schadstoffemissionen deutlich reduzieren.

Laut ACEA hat die Erfahrung in Ländern, in denen Megatrucks zugelassen wurden (Spanien, Portugal, Belgien, Dänemark, Schweden, Finnland, die Niederlande und einige Bundesländer in Deutschland), gezeigt, dass erweiterte Lastkraftwagen effizienter und wirtschaftlicher sind als normale Lastkraftwagen.

So können beispielsweise zwei 25,25 m lange LKW drei herkömmliche Sattelzugmaschinen ersetzen. Im Gegensatz dazu würden drei 32-Meter-Straßensets den gleichen Transport durchführen wie sechs normale LKW mit erheblich geringeren Emissionen.

ACEA hebt auch andere Vorteile des Einsatzes von Megatrucks hervor. Dies wirkt sich beispielsweise auf das Problem des Fehlens einer ausreichenden Anzahl von Fahrern in der Transportbranche aus, was die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch Senkung der Transportkosten erhöhen würde.

Foto: pxfuel/CC0

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