Trotz Protesten belgischer Frachtführer, die von der durch die Coronavirus-Pandemie ausgelösten Krise betroffen sind, werden die Mautsätze in zwei belgischen Regionen ab morgen erhöht.

Ab dem 1. Juli werden die Mautgebühren in Flandern und Brüssel erhöht. Der Grund für diese Erhöhungen ist die Anpassung der Preise an die Marktrealität, d.h. an die Inflation und die steigenden Kosten.

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Quelle: Viapass

Flandern wird außerdem eine zusätzliche Anpassung des Basissatzes und der Parameter bezüglich der Masse gemäß Artikel 31 des Erlasses vom 20. Dezember 2019 vornehmen. Dieser Erlass erhöht den Basissatz pro Kilometer für Lastkraftwagen. Er verringert einerseits den Gewichtsfaktor für leichte Nutzfahrzeuge und erhöht ihn andererseits für Schwertransporte, erklärt Satellic, Leiter des belgischen Mautsystems.

Auf diese Weise will Flandern einen größeren Teil der Infrastrukturkosten in die Maut einbeziehen. Andere Faktoren, die bei der Berechnung der Kilometergebühr eine Rolle spielen, wie das Netz und die Euro-Norm des Fahrzeugs, bleiben unverändert.

Bemerkenswert ist, dass die Tarife in Wallonien unverändert bleiben, da sie bereits am 1. Januar dieses Jahres indexiert wurden.

Was ist mit den Boxen nach dem 1. Juli?

Wenn die OBU-Software aufgrund von Tarifänderungen nach dem 30. Juni nicht auf dem neuesten Stand ist, wird das Update automatisch heruntergeladen, wenn die Box aktiviert wird. Abhängig von der Software-Version kann das Gerät unerschiedlich reagieren. In den meisten Fällen dauert es nur wenige Sekunden, um die OBU mit den neuesten Raten zu aktualisieren, bevor das grüne Licht aufleuchtet. Im Falle einiger Boxen kann es 3 Minuten dauern – erklärt Satellite. Einige Geräte müssen automatisch neu gestartet werden, um den Aktualisierungsvorgang abzuschließen. Insgesamt sollte die Aktualisierung nicht länger als 5 Minuten dauern – sagt Satellit.

Die Industrie hat die Preiserhöhungen scharf kritisiert

Die Branche zeigte ihre Unzufiredenheit mit den genannten Änderungen. Im April dieses Jahres, als die Pandemie fast ganz Europa erfasst hatte, protestierten belgische Frachtführer gegen Mauterhöhungen im Land. Obwohl sich die Preiserhöhung während der Coronavirus-Pandemie nach Angaben der Transportorganisation von Febetra als sehr schädlich für die Branche erweisen könnte, zog sich die belgische Regierung von der Erhöhung der Mautgebühren nicht zurück.

Die Entscheidung der Regierung wurde auch außerhalb des Transportgewerbes kritisiert.

Während der Coronavirus-Pandemie ist diese Entscheidung der belgischen Regierung nicht nachvollziehbar. Nun wird die Maut für einen wichtigen Sektor erhöht, der bereits in Schwierigkeiten steckt. Wird der nächste Schritt eine Steuer auf Schutzkleidung in Krankenhäusern sein? – kommentierte Philippe Van Dooren, Herausgeber des belgischen Nachrichtenportals flows.be.

Foto: Viapass

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