Dreister Betrugsfall mit fiktivem LKW dank internationaler Zusammenarbeit aufgedeckt

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Dank einer Meldung des Europäischen Polizeikriminalamts EUROPOL, konnte das österreichische Finanzamt Innsbruck einen internationalen Betrug aufdecken. Ein Fall mit einem ausgeklügelten Betrugsmuster.

Dreister Betrugsfall mit fiktivem LKW dank internationaler Zusammenarbeit aufgedeckt
Quelle: Adobestock / thebigticket20

Nach Angaben des österreichischen Bundesministeriums für Finanzen (BMF) wurde dank einer EUROPOL-Meldung aus Kroatien im März 2022 das Finanzamt in Österreich, Dienststelle Innsbruck, auf einen dreisten internationalen Betrugsfall aufmerksam.

In den Jahren 2016 bis 2021 habe eine Unternehmerin aus Österreich Rechnungen für die Überlassung eines LKW in Höhe von rund 307.000 Euro an ein Unternehmen in Kroatien ausgestellt, so BMF. Daran wäre nichts auszusetzen, wenn der LKW auch existieren würde, denn Ermittlungen ergaben, dass das Fahrzeug frei erfunden war.

Die Nachricht an die österreichischen Behörden wurde über ein Kommunikationswerkzeug SIENA „Secure Information Exchange Network” aus Kroatien verschickt, welches zur gegenseitigen Kommunikation von EUROPOL-Stellen dient.

Nach Erhalt der Meldung über den Verdacht, dass das Fahrzeug frei erfunden sei, führten die Beamten aus Österreich Ermittlungen durch und wurden auf die Registrierungsstelle des LKW aufmerksam. Das aus Kroatien angemietete Fahrzeug war in Deutschland angemeldet.

Nach einer Prüfung bei der deutschen Bundespolizei und der deutschen Zulassungsdatenbank mit der übermittelten Fahrgestellnummer hat sich schnell herausgestellt, dass das Fahrzeug auch in Deutschland nicht gemeldet war.

Nach weiteren Befragungen habe die 47-jährige Unternehmerin schließlich den Betrug zugegeben und eine Selbstanzeige gestellt. Nach Angaben des BMF habe sie im Prüfungszeitraum 2012 bis 2020 Einkommensteuer von rund 254.000 Euro hinterzogen. Der Unternehmerin drohen nun für ihren Betrug neben den Nachzahlungen auch hohe Geldstrafen, was derzeit auf der Rechtsgrundlage des Finanzstrafgesetzes geprüft wird, so das Bundesministerium.

Nach Ansicht des österreichischen Finanzministers Magnus Brunner, zeigt dieser Fall, dass Betrug weder geografische noch sonstige Grenzen kennt und die internationale Zusammenarbeit von Bedeutung sei.

In den vergangenen Jahrzehnten beobachten wir immer mehr ausgeklügelte Betrugsmuster. Durch die ausgezeichnete Arbeit der Kolleginnen und Kollegen im Finanzamt Österreich können wir entsprechende Schemata allerdings immer schneller erkennen und durch die überaus gute internationale Zusammenarbeit rasch und hart durchgreifen”, so Brunner.

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