Der BME hat Ende März eine Umfrage unter Einkäufern zu den gegenwärtigen Auswirkungen der Corona-Krise auf deren Unternehmen veröffentlicht. 50 Prozent der befragten Unternehmen aus mittelständischen Betrieben und Konzernen bezeichneten die Auswirkungen der Krise als „nicht spürbar oder leicht“.

Ende März hat der BME seine Fachgruppen-Mitglieder nach den aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise gefragt. Laut dieser sind 50 Prozent der befragten Unternehmen aus mittelständischen Betrieben und Konzernen von den Auswirkungen der Krise  „nicht spürbar oder leicht“ betroffen, während 27 Prozent „spürbare Auswirkungen“ und bereits 23 Prozent „starke bis kritische Auswirkungen“ meldeten.

Die aktuelle Situation und die neuen Anforderungen an den Einkauf und die Lieferketten sind, dass sich diese derzeit täglich ändern. Diese hohe Dynamik zu organisieren und zu kontrollieren, ist eine große Herausforderung, betonte Olaf Holzgrefe, Leiter International des BME. Was gestern noch unkritisch war, könne sich heute schon komplett geändert haben.

Große Unsicherheit in Hinblick auf die Entwicklungen in den USA und in Indien

Blickt man auf die aktuellen „Hot Spots“ der Lieferketten, so sind im Fokus Lieferkettenbetrachtungder Italien , das über 35 Prozent der Unternehmen vor Herausforderungen stellt, und Spanien. Was China betrifft hat ein Teil der Befragten auch in den vergangenen Monaten keine Herausforderungen in den Lieferketten verzeichnen mussten, der andere , besonders Unternehmen im Bereich von IT-Ware und Produktionsmaterialien hat aber Schwierigkeiten. Positive hervorzuheben ist aber gleichzeitig, immer mehr Unternehmen allerdings auch schon eine Verbesserung der Situation spüren.

Die Unsicherheit ist groß; und neben den aktuellen Problemen in Europa und China, beschäftigen die Einkäufer im direkten Gespräch zunehmend die Fragen: Was passiert in den USA? Und welche Entwicklung ist möglicherweise in Indien zu erwarten? so Holzgrefe.

Lieferverzögerungen sind das größte Problem

Ein eher überraschendes Ergebnis der Umfrage: mit knapp 70 Prozent sind Lieferverzögerungen aktuell das größte Problem und damit deutlich vor dem Lieferausfall, der mit „noch“ knapp zehn Prozent deutlich dahinter rangiert und damit die weiteren Herausforderungen wie Preiseerhöhungen und Insolvenzen hinter sich lässt. Deutlich wird aber auch hier das Thema „Unsicherheit“.

Es lässt sich aktuell schwer voraussagen, ob es bei der Lieferverzögerung bleibt oder ob daraus doch ein Lieferausfall entwickeln kann, so Judith Richard, Referentin der Fachgruppe „Lieferantenmanagement“ des BME.

Krise wird die Digitalisierung beschleunigen

Die Zukunft ist weiterhin schwer absehbar.Wir können aktuell nur reagieren nicht agieren, hieß es seitens der Befragten.  Erste Trends machen sich aber bemerkbar: Einzelne Unternehmen bauen Lagerbestände auf oder rücken vereinzelt von Just in Time ab. Die Mehrheit der befragten Unternehmen betont auch, dass diese Krise das Thema Digitalisierung beschleunigen wird, da dies der einzige Weg sein wird die Transparenz der Lieferketten zu gewährleisten.

Foto: Shutterstock

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