Branchenverband warnt: AdBlue wird knapp und die Preise werden noch diese Woche explodieren

Nach den Prognosen einiger Mineralölunternehmen werden die AdBlue-Preise diese Woche noch um 50 Prozent steigen, berichtet der spanische Branchenverband Fenadismer. Doch dies ist nicht das Ende der schlechten Nachrichten.

Branchenverband warnt: AdBlue wird knapp und die Preise werden noch diese Woche explodieren
Foto: Wikimedia/Cjp24 - CC SA 4.0

Große europäische AdBlue-Fabriken reduzieren ihre Produktion oder stellen sie ein, was eine direkte Folge der steigenden Preise für Erdgas bedeutet, dem Rohstoff, aus dem der Dieselzusatz hergestellt wird. Die spanische Fabrik Fertiberia hat ihre Produktion halbiert und die italienische Fabrik Tara wird die Produktion für vier Wochen einstellen, berichtet Fenadismer.

Die Knappheit des Produkts auf dem Markt wird zwei unmittelbare Folgen haben, die die Transportunternehmen zu spüren bekommen werden. Erstens wird AdBlue um mehr als 50 Prozent teurer werden (allein in dieser Woche wird eine Erhöhung von 50 Prozent erwartet). Zweitens ist damit zu rechnen, dass einige Tankstellen aufgrund des Produktmangels mit der Rationierung beginnen werden.

Unter der Annahme, dass es nicht zum Dieselzusatzmangel komme und die Spediteure nur von der Preiserhöhung betroffen sein werden, so schätzt Fenadismer die zusätzlichen Jahreskosten auf 1.000 Euro pro LKW.

Etwas, was sich unter den derzeitigen Bedingungen der steigenden Kosten und sinkenden Preise (für Transportdienstleistungen – Anm. d. Red.) leider nur wenige Transportunternehmen leisten können, so der Verband.

Lastkraftwagen können ohne AdBlue nicht fahren, ebenso wenig wie Busse, Lieferwagen und Dieselfahrzeuge. Besonders im Fall von LKW der Euro 4 bis Euro 6 Schadstoffklassen, benötigen alle Modelle AdBlue, um zu funktionieren. Fahren ohne AdBlue bedeutet nicht nur einen starken Anstieg der Emissionen, sondern auch einen erheblichen Verlust am Motordrehmoment. Und dieses Problem lässt sich nicht einfach dadurch lösen, dass man AdBlue in den Tank zurückfüllt. Das erfordert einen Eingriff in die Steuerungssoftware des LKW, was wiederum einen Besuch in einer Werkstatt erfordert.

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