Das Wichtigste im Überblick
- Die Tectrans II ist für elektrische Transporter und andere leichte Nutzfahrzeuge vorgesehen.
- CATL nennt eine Ladezeit von 6 Minuten und 48 Sekunden von 20 auf 80 Prozent.
- Die Batterie soll kurzzeitig eine Laderate von bis zu 8C erreichen.
- Die Garantie beträgt laut Hersteller zehn Jahre oder eine Million Kilometer.
- Zu Kapazität, erforderlicher Ladeleistung und ersten Serienfahrzeugen machte CATL bislang keine konkreten Angaben.
Der chinesische Batteriehersteller CATL will die Ladezeiten elektrischer Transporter deutlich verkürzen. Die Anfang Juli vorgestellte Tectrans II, in China auch unter der Bezeichnung Tianxing II vermarktet, wurde speziell für leichte Nutzfahrzeuge im Liefer- und Verteilerverkehr entwickelt.
Nach Angaben von CATL lässt sich die Batterie in 6 Minuten und 48 Sekunden von 20 auf 80 Prozent laden. Für einen vollständigen Ladevorgang nennt der Hersteller 8 Minuten und 56 Sekunden. Aus welchem Ausgangsladezustand dieser Wert berechnet wurde, geht aus den vorliegenden Angaben allerdings nicht eindeutig hervor.
CATL spricht von der ersten Batterie für den Logistik- und Nutzfahrzeugbereich, die eine Spitzenladerate von 8C erreicht. Dabei handelt es sich um eine Herstellerangabe. Unabhängige Tests oder Messungen aus dem Flottenbetrieb liegen bislang nicht vor.

Quelle: CATL
Kurze Ladepausen statt langer Standzeiten
Für Paketdienste, Lieferflotten und Servicefahrzeuge wäre eine Ladezeit von weniger als zehn Minuten vor allem im Mehrschichtbetrieb relevant. Fahrzeuge könnten während kurzer Stopps einen erheblichen Teil ihrer Reichweite zurückgewinnen, ohne für längere Zeit aus der Tourenplanung zu fallen.
Wie hoch die tatsächlich benötigte Ladeleistung ausfällt, lässt sich derzeit jedoch nicht beurteilen. CATL hat weder die Kapazität der neuen Batterie noch konkrete Leistungswerte der dafür vorgesehenen Ladegeräte genannt. Auch zu ersten Fahrzeugherstellern oder Serienmodellen gibt es bislang keine Angaben.
Damit bleibt offen, wann die Technik im regulären Flottenbetrieb eingesetzt werden kann und welche Ladeinfrastruktur dafür erforderlich sein wird.
Garantie über eine Million Kilometer
Neben der Ladegeschwindigkeit stellt CATL die Lebensdauer der Batterie in den Vordergrund. Die Tectrans II soll mit einer Garantie von zehn Jahren oder einer Million Kilometern angeboten werden – je nachdem, welcher Wert zuerst erreicht wird.
Nach Unternehmensangaben wurde der Innenwiderstand der Zellen auf rund die Hälfte des branchenüblichen Werts reduziert. Dadurch soll während des Schnellladens weniger Wärme entstehen. CATL verweist außerdem auf Veränderungen an der Grenzfläche der Graphitpartikel, durch die Lithiumverluste und damit die Alterung der Zellen begrenzt werden sollen.
Ob die zugesagte Laufleistung auch bei regelmäßigem Laden mit sehr hoher Leistung erreicht wird, muss sich im praktischen Einsatz zeigen. Angaben zu garantierter Restkapazität oder weiteren Garantiebedingungen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Schnellladen auch bei minus 20 Grad
Die Batterie soll ihre Ladeleistung auch bei niedrigen Temperaturen weitgehend behalten. Bei minus 20 Grad Celsius verlängere sich der Ladevorgang laut CATL um lediglich zwei Minuten und 30 Sekunden.
Für Flotten in Mittel- und Nordeuropa wäre dies ein wichtiger Faktor, da kalte Batterien normalerweise deutlich langsamer laden. Auch diese Angabe stammt bislang ausschließlich vom Hersteller.
Deutlicher Technologiesprung gegenüber 2024
CATL hatte die Tectrans-Baureihe 2024 zunächst für schwere Nutzfahrzeuge vorgestellt. Die damalige Schnellladeversion erreichte laut Unternehmen eine Spitzenladerate von 4C und sollte den Ladezustand innerhalb von 15 Minuten um 70 Prozentpunkte erhöhen.
Daneben präsentierte CATL Varianten mit einer rechnerischen Lebensdauer von bis zu 15 Jahren oder drei Millionen Kilometern sowie eine Fernverkehrsausführung mit 1.000 kWh Kapazität und einer angegebenen Reichweite von bis zu 800 Kilometern.
Ein direkter Vergleich mit der neuen Tectrans II ist allerdings nur eingeschränkt möglich. Die ältere Baureihe richtet sich an schwere Lkw, während die neue Batterie für deutlich kleinere Nutzfahrzeuge vorgesehen ist. Auch die jeweiligen Batteriegrößen und Ladeleistungen unterscheiden sich.
CATL plant 4.000 Stationen in China
Parallel zur neuen Batterie will CATL seine Lade- und Wechselinfrastruktur in China ausbauen. Nach Unternehmensangaben sollen im Laufe des Jahres 4.000 kombinierte Stationen entstehen. Diese sollen sowohl ultraschnelles Laden als auch einen Batteriewechsel ermöglichen und für Pkw sowie Nutzfahrzeuge ausgelegt sein.
Für Europa hat CATL bislang weder einen Zeitplan für ein vergleichbares Netz noch einen konkreten Marktstart der Tectrans II genannt. Auch Partnerschaften mit europäischen Transporterherstellern wurden im Zusammenhang mit der Vorstellung nicht angekündigt.
Für europäische Flottenbetreiber ist die Batterie deshalb zunächst eine Technologieankündigung. Entscheidend wird sein, ob die versprochenen Ladezeiten unter Alltagsbedingungen erreicht werden, welche Fahrzeuge die Batterie erhalten und ob an Depots sowie öffentlichen Standorten genügend leistungsfähige Anschlüsse zur Verfügung stehen.









