Klaus-Michael Kühne, Ehrenvorsitzender und Mehrheitsaktionär von Kühne + Nagel, hat den Trend, dass große Schifffahrtsunternehmen in den Speditionsmarkt eintreten, als „beunruhigende” Entwicklung bezeichnet.

Kühne äußerte sich dazu in einem Interview mit nieuwsbladtransport.nl, in dem er auf eine Reihe von Problemen in der Welt der Logistik einging.

Kühne räumte ein, dass er die Entscheidung von Maersk, sein Portfolio zu erweitern, zwar schon lange vorhergesehen habe, er aber von der Übernahme von Ceva Logistics durch CMA CGM überrascht sei.

Auf die Frage von nieuwsbladtransport.nl, ob der Einstieg der großen Reedereien in den Speditionsmarkt ein großes Problem darstelle, bezeichnete Kühne die Entwicklung als „beunruhigend”:

Ich finde diese Entwicklung sicherlich beunruhigend. Wir haben als Spediteur immer eine gute Arbeitsteilung mit den Reedereien als Logistikpartner gehabt. Ein großer Teil des Ladungsaufkommens wird von den Spediteuren an die Reedereien geliefert. Wir als K + N bevorzugen die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Container-Frachtführern. Im Mittelpunkt des Geschäfts steht immer die kontinuierliche Verbesserung der Qualität und der Zuverlässigkeit der Dienstleistungen.

Kühne fügte hinzu, dass er und seine Spezialisten sicher seien, dass sein Unternehmen dank des Know-Hows, der Beratung und des Mehrwerts, den sie im Vergleich zu den Schifffahrtsriesen bieten können, am Ende gewinnen wird.

Dennoch wollte Kühne + Nagels Ehrenvorsitzender die Bedeutung der Zuwendung der großen Schifffahrtsunternehmen zum Speditionsmarkt hervorheben:

Ich möchte noch einmal betonen: Was Maersk und CMA CGM jetzt tun, ist ein Wendepunkt. Es kann zu Veränderungen in den Logistikstrukturen führen, und diese Entwicklung beschäftigt mich im Moment wirklich sehr.

Kühne wurde daraufhin gefragt, ob sein Unternehmen den Einstieg in den Speditionsmarkt in Betracht ziehen würde, um sich gegen Unternehmen wie Maersk und CGA CGM zur Wehr zu setzen.

Der 83-Jährige antwortete, er habe einmal darüber gescherzt, genau das zu tun, gab aber zu, dass es viel einfacher sei, als es sich anhört.

Kühne unterstrich jedoch, dass er an der deutschen Reederei Hapag-Lloyd beteiligt sei, was sich, so Kühne, „bei künftigen, noch nicht absehbaren Entwicklungen als vorteilhaft erweisen könnte”.

Das vollständige Interview auf Niederländisch können Sie hier lesen.

Foto: Photo credit: Alfvanbeem / Wikimedia Commons

Kommentare

comments0 Kommentare
thumbnail
Um Benachrichtigungen über Kommentare freizuschalten - gehen Sie zu Ihrem Profil