Uber hat seine Angaben für 3. Quartal 2019 veröffentlicht, die einen noch besseren Einblick in die Fortschritte von Uber Freight geben. Wie immer scheint es, dass Uber Freight gut, schlecht und hässlich ist.

Uber Freight ist klar auf dem guten Wege, eine Firma mit Bruttoeinnahmen von 1 Mrd. Dollar im Laufe mehrerer nächster Quartale zu werden. Die Einnahmen im dritten Quartal stiegen um 31 % im Verhältnis zum Vorquartal, indem sie die Schwelle von 200 Millionen Dollar überschritten und schlossen mit 218 Millionen Dollar ab. Das erfolgt gleich nach einem ähnlichen Anstieg im Vorquartal, nach der früheren Stagnation in drei Quartalen.

Gut, weil er starken Anstieg von Einnahmen fortsetzt

Wenn die Trends erhalten bleiben und die angesagte Expansion auf kanadischem und polnischem Markt in Verbindung mit dem typisch starkem Markt der Güterbeförderungen im vierten Quartal gibt gewisse Indizien, dass es so kommt – hat das nächste Quartal solide Chancen über 250 Mio. Dollar Einnahmen in dem Quartal zu erreichen, wobei damit Jahreseinnahmen i.H.v. 1 Mrd. Dollar erreicht werden.

Das Niveau 1 Milliarde Dollar garantiert noch keinen Einstieg auf die Liste der 10 besten Speditionsfirmen (was etwa 1,25 Milliarde Dollar erfordert, um die Firma MODE Transport auf Platz 10 der Rangliste abzulösen), aber es soll schon Uber Freight unter den ersten 15 amerikanischen Speditionsfirmen platzieren.

Schlecht – durch die Rentabilität

Die Rentabilität ist weiterhin eine Herausforderung für Uber Freight. Im Vergleich mit Wettbewerbern von der Branche (z.B. C.H. Robinson etc.), gibt es ca. 97 Mio. Dollar mehr aus für die Beschaffung der Produktionskapazitäten und Tätigkeitsführung schon im dritten Quartal. Das ist wieder ein Sprung nach oben im Vergleich mit 64 Mio. Dollar, die es im Vorquartal ausgab.

Es ist allgemein bekannt, dass Uber Freight und andere digitale Betreiber die Erstattung von 99 % der Einnahmen an ihre Transportunternehmen anstreben. Das können sie auf zwei Wegen erreichen: entweder steigern sie die Zahlung pro Meile für die Transportunternehmen, oder sie senken den Satz pro Meile für die Ablader. Ich bin überzeugt, dass die überwältigende Mehrheit ihr Ziel auf dem letzteren und nicht auf dem ersteren Wege erreicht. Bei Standardpreisen in der Branche würden die Einnahmen von Uber Freight in der Tat rund 20 % höher als jetzt.

Dieser Zuschuss, der mehrheitlich zum Ablader gelangt, beträgt für Uber Freight ca. 35 Millionen Dollar pro Quartal. Wie ich bereits erwähnte, ist Uber Freight nicht die einzige Firma, welche einen solchen Zuschuss anbietet. Mehrere andere gut finanzierte digitale Betreiber und neue Transportinitiativen bieten ähnlichen Ansporn, wie z.B. die Firma Convoy oder Amazon und wahrscheinlich viele andere.

Die verblüffendste Eigenschaft der Daten von Uber Freight ist die Differenz bei den Betriebskosten. Der branchenübliche Standard sind Kosten, welche rund 40-45 % der Nettoeinnahmen betragen, während der Faktor von Uber Freight 225 % der korrigierten Standardnettoeinkünfte beträgt. Das macht 62 Millionen Dollar an Ausgaben mehr im Vergleich mit anderen Firmen von der Branche nur im dritten Quartal und war ein fester Bestandteil der Angaben der Firma.

Ich bin der Meinung, dass im Vergleich mit den Durchschnittswerten für die Branche diese beide Zuschüsse – zu den Kosten der Ablader und zu den Einnahmen der Transportunternehmen sowie zu den Betriebskosten – die Frage mit sich bringen, wie nachhaltig die Einnahmen von Uber Freight sind. Werden die Ablader das Volumen bei den ersten Anzeichen des Preisanstiegs reduzieren – wie das bei manchen anderen Geschäftssparten von Uber aussieht – oder aber halten sie dank technologischer Innovationen und Geschäftsmodelle aus?

Ich vermute, dass es einen Grund zum Optimismus gibt und dass mindestens ein erheblicher Teil der Einnahmen nachhaltig ist – wenn nicht für Uber Freight, so zumindest für die Innovatoren der Technologien und Geschäftsmodelle in diesem Raum. Der Anstieg von Einnahmen des Uber Freight hing stark mit ihren innovativen Schlüsselinitiativen zusammen: – Integration der Preisverhandlungen in Transportmanagementsystemen (TMS), – Optionen Umladung und nach Hinweisen zu der Fahrstrecke verfahren, die sofort auf der Plattform für die Transportunternehmen sichtbar sind, – mit der Herangehensweise, die auf Analyse der Daten zum besseren Verständnis der Bedürfnisse des Transportunternehmens und des Abladers gestützt ist. Obwohl Uber Freight mit Sicherheit nicht die einzige Firma ist, welche diese Funktionen anbietet – werden sie von Convoy verbessert, so wie meine Firma TNX Logistics diese als Komponente SaaS (aus dem Englischen: Software als Dienstleistung – Anm. der Red.) für die Speditionen anbietet – sie sind die Merkmale der letzten Innovationen in der Branche.

Hässlich – durch Eintragungen in Geschäftsbüchern

Achtung, hier gehen wir schon zu technischen Details über. Bis zum letzten Quartal veröffentlichte Uber keine Angaben von Uber Freight getrennt von anderen Geschäften aus der Sparte “Andere Betriebe“. Ein anderer bedeutender Geschäftszweig in dieser Kategorie waren immer Elektrofahrräder und JUMP-Motorroller. Uber löste jetzt Uber Freight von der Klasse “Andere Betriebe” aus. Die Einschätzung, dass Einnahmen anderer Gesellschaften, zusammen mit Uber Freight berücksichtigt, gering waren, ist ja zweifelsfrei richtig, weil Uber Freight ständig über 90 % der Einnahmen in dieser Klasse generiert. Doch die Annahme, dass dasselbe auch Kosten betreffe, erwies sich etwas schwieriger, wodurch sich die Beurteilung der Rentabilität von Uber Freight in letzten Quartalen retroaktiv verbessert. Diese Zahlen sind weiterhin nicht “schön”, aber sie sind nicht so schlecht, wie man befürchtet hatte. Uber gab aktualisierte Angaben seit 2018 an, von hier an kann man also seine beliebige Analyse durchführen, ohne dass es nötig ist, alle verbundenen Firmen aus der Klasse “Andere Betriebe” abzutrennen.

Foto:Trans.INFO

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